Der Stieglitz ist in beiden Rassengruppen
klar zu erkennen, da es sonst keine Art mit solch ähnlichen Zeichnungen
existiert. Die Unterarten sind nicht nur an den Farbabweichungen, sondern
auch durch die Größe und Herkunft zu unterscheiden. Die UA (Unterart)
parva
gehört zu den kleinsten und
major
zu den größten Stieglitzen.
Es soll aber hier nur ein kurzer Überblick aufgestellt werden. Wer bei der
Bestimmung nicht weiterkommt, sollte sich anhand der Literatur oder an den
Bälgen in den Museen König in Bonn oder aber im Senckenberg in Frankfurt
informieren, da hier umfangreiche Balgsammlungen vorhanden sind.
1.
Die Vögel
der Rassengruppe Carduelis-Stieglitz = Stieglitz:
Sie sind durch den schwarzen Nacken
und den braunen Rücken unverkennbar. Fast alle Populationen von Europa
ostwärts bis Westsibirien werden von ihr erfasst. Nach Osten verläuft ein
Trend der zunehmenden Größe und der abnehmenden Farbe.
a.
Carduelis
c. carduelis,
die Nominatform, bewohnt Nord-, Mittel-
und Osteuropa. Sie hat eine unverwechselbare kräftig rote Gesichtsmaske am
schwarzweißen Kopf und eine breite, leuchtend gelbe Binde im schwarzen
Flügel. Rücken, Brust und Flanken sind hellbraun, der Bauch rahmfarben und
der Bürzel weiß. Schwanz- und Schwungfedern sind mit weißen Spitzen
versehen. Das Weibchen ähnelt dem Männchen. Der Jungvogel ist bis auf die
schwarzgelben Flügel und den schwarzen Schwanz
graubraun und unterseits
gestrichelt. Der Nestling ist mit langen dunkelgrauen Dunen versehen. Der
Rachen ist karminrot, während der Gaumen purpurn ist, sind die Randwülste
weiß. 14 Zentimeter.
b.
Carduelis
c. parva
ist in Südwesteuropa und Nordwestafrika
anzutreffen. Sie ist dunkler als
carduelis
gefärbt und somit die südlichste und kleinste Unterart. 12,5 Zentimeter.
c.
Carduelis
c. tschusii
bewohnt Korsika, Sardinien und Sizilien.
Oberseits ist sie stärker graubraun und unterseits bräunlicher getönt als
die Nominatform und kleiner.
d.
Carduelis
c. britannica
bewohnt wie der Name es schon sagt die
Britischen Inseln. Ihr Mantel ist dunkler und weniger rotbraun. Brust und
Flanken sind brauner, die weißen und roten Kopffarben sind weniger reinweiß
und weniger kräftig gefärbt.
e.
Carduelis
c. balcanica
ist auf der Balkanhalbinsel und Kreta
ansässig. Sie ist blasser, oberseits grauer als
tschusii,
aber ähnlich und nicht so dunkel als die
blasse niediecki.
f.
Carduelis
c. major
ist die nördlichste (Sibirien), aber auch
mit 15 Zentimeter die größte Form, entsprechend auch den längsten Schnabel.
Der weiße Bürzel ist weit ausgedehnt.
g.
Carduelis
c. niediecki
bewohnt die Ägäischen Inseln, Zypern,
West- und Zentralanatolien und wahrscheinlich auch den Nordwestiran und
südwärts das Gebiet bis Israel.
Niediecki ist ähnlich aber
blasser als tschusii.
h.
Carduelis
c. brevirostris
bewohnt
die Krim und den Kaukasus. Der Mantel ist bräunlicher und weniger grau und
trägt einen weißen Nackenfleck.
i.
Carduelis
c. loudoni
ist oberseits und an den Brustseiten
dunkel erdbraun. Sie ist im Nordiran und Transkaukasien ansässig.
2.
Die Vögel der Rassengruppe
Caniceps
–Stieglitz = Graukopfstieglitz:
Bei dieser Gruppe fehlt das Schwarz am Hinterkopf und Rücken. Es wird durch
ein Graubraun ersetzt. Auch die Flanken und die Brust sind ebenfalls
graubraun. Der Schnabel ist länger und schlanker und die rote Maske ist
kleiner und reicht nicht so weit bis zur Stirn. Kehle, Bauchmitte und Bürzel
sind weiß. Die Enden der Handschwingen sind dunkel, also nicht grau oder
weiß wie beim Schwarzkopfstieglitz. Beim Jungvogel fehlt die rote
Gesichtsmaske. Das Gefieder ist einheitlich graubraun mit dunklen Stricheln.
Ihr Hauptverbreitungsgebiet liegt in Mittelasien. Ihre Unterarten
unterscheiden sich hauptsächlich durch die Größe.
a.
Carduelis
c. caniceps,
die Nominatform, lebt im
Norden von Pakistan bis Nepal. Mit 14 Zentimeter die kleinste Unterart. Das
Gefieder ist ober- und unterseits deutlich dunkler und hat weniger Weiß an
den Kopfseiten und unterseits.
b.
Carduelis
c. subulata
ist mit 15 Zentimeter Länge die größte
und die hellste Unterart des Graukopfstieglitzes. Als Brutvogel trifft man
ihn in Sibirien vom Yenisei-Fluß bis zum Altai-Gebirge.
c.
Carduelis
c. paropanisi
ist mit seinen 14,5 Zentimeter Länge etwas kleiner als
subulata
und dunkler gefärbt.
Bewohnt den Iran und Afghanistan.
Vermischung der Rassengruppen
Die Rassengruppen
carduelis
und
caniceps
stehen in drei Regionen in Kontakt
miteinander und zwar im Süden Westsibiriens, im Nordostiran und im
Südwestiran. Hier deutet lokal die Gefiederfärbung eine totale Vermischung
beider Rassengruppen an.
Der Geschlechtsdimorphismus ist beim
Stieglitz sehr schwach ausgebildet, deshalb sind die Geschlechter
feldornithologisch nicht zu unterscheiden, da sie fast gleich aussehen.
Weibchen sind zierlicher als die Männchen. Der Gesang, der bei den meisten
Singvogelarten nur von den Männchen zu hören ist, kann beim Stieglitz nicht
herangezogen werden, da auch das Weibchen singt.
Unterscheidungsmerkmale können sein:
1.
Die rote Maske geht beim
Männchen bis hinter das Auge. Beim Weibchen geht das Rot nicht so weit.
Ebenso ist das Rot an der Kehle geringer.
2.
Beim Männchen ist das untere
Bauchgefieder gelblich, beim Weibchen dagegen grünlichgelb.
3.
Beim Männchen ist der
Schnabel länger und spitzer als beim Weibchen. Zudem ist die
Schnabelspitze des Männchens gebogen, beim Weibchen gerade. Ausnahmsweise
kann sie aber dem des Männchens gleichen.
4.
Beim Männchen ist der gelbe
Flügelspiegel intensiver und ausgeprägter.
5.
Beim Männchen sind die
Kleinen Deckfedern schwarz, beim Weibchen braun bis
graubraun.
Wie die Praxis gezeigt hat, reicht nicht
nur ein einziges Merkmal Hinweise auf das Geschlecht zugeben, es müssen
immer mehrere zutreffen.
Der Lebensraum des Stieglitzes sind
Feldgehölze, Waldränder, Obstgärten oder sonstige offene Baum- und
Buschbestände. Da sie vielfach in der Ebene nicht das passende Gebiet für
ihre Brut finden, müssen sie die in großen Höhen, die auf Gebirgen oder
oberhalb der Baumgrenzen befindlichen lockeren Birken- wie auch Pinienhaine
aufsuchen. Nach der Brut ziehen die meisten Stieglitze in kleinen Trupps
wieder in die Ebenen um in Obstgärten, lockeren Nadel- und Auwäldern ihre
Nahrung zusuchen.
Sein Gesang zählt meines Erachtens mit zu
den besten der heimischen Körnerfresser. Meistens von hoher Warte lässt er
sein hastig vorgetragenes Lied hören. Selten versucht er es im wenig
ausgeprägtem Singflug zu bringen. Der Gesang beginnt mit einer schnellen
zwitschernden Folge seiner »Stieglitz«-Rufe, welchen mehrere Triller folgen
und zum Schluss kommt ein Knätschteil welcher durchaus vom Erlenzeisig sein
könnte. Er trägt unter pendelnden Bewegungen seinen Gesang vor. Während der
Brutzeit singt er allein in Nestnähe und danach in trauter Runde mit
mehreren Männchen. Seine Rufe sind auch während des Fluges zu hören. Er
lässt den Gesang außer in der Mauserzeit, das ganze Jahr über hören. Wegen
seines guten Gesanges, wurden Verpaarungen mit Kanarien und anderen
Cardueliden vorgenommen. Eine Kreuzung mit dem Hänfling, so erzählten es die
alten Vogelliebhaber, sollten besonders gute Sänger ergeben. Die Weibchen
singen auch, aber nicht so laut und anhaltend.
Beide Rassengruppen stimmen zum größten Teil im Verhalten überein, nur ist
der Graukopfstieglitz nicht ganz so lebhaft. Nur der unmittelbare
Nestbereich wird verteidigt und freigehalten. So kommen Auseinandersetzungen
nur bei der Überschreitung der Individualdistanz vor, wobei aber meist das
Drohen mit offenem Schnabel und gesträubtem Kopfgefieder ausreicht.
Streitigkeiten werden unter »Kerr«-Rufen mit Schnabelhieben und Fußtritten
ausgetragen.
Bei der Zucht sollten schon die einzelnen
Unterarten rein gezüchtet werden. Inzwischen befinden sich ja genug
nachgezogene Stieglitze in Züchterhand, sodass nicht wie noch vor ein paar
Jahrzehnten verschiedentlich einfach Stieglitz X Stieglitz verpaart wurde
und man gar nicht genau wusste was in den Mischlingen für eine Unterart
vertreten war.
Die Unterbringung des Stieglitzes ist bereits in Käfigen von mindestens 1
Meter Länge möglich. Am zweckmäßigsten ist aber die Haltung in Volieren,
gleich ob innen oder außen. Sind dann noch Fichten und Tanne darin, so
stellen nicht nur die Stieglitze, sondern auch die Graukopfstieglitze mehr
dar, weil ihre Farben vor dem dunklen Hintergrund viel kräftiger wirken.
Natürlich sind die Pflanzen vom Verbiss bedroht, aber im Frühling sind sie
leicht und schnell durch Neue auszuwechseln. Durch die regelmäßige Gabe von
Sträußen mit halbreifen und reifen Wildkräutern können die Stammpflanzen
halbwegs verschont bleiben. Teilweise verhindern kann man den Verbiss mit
Holundersträuchern, weil sie bitter schmecken oder durch hartlaubige
Pflanzen wie Ilex und Mahoni. Es hängt auch mit der Zahl der Besatzung
zusammen, je mehr Bewohner in einer Voliere je größer der Verbiss. Bei mir
kommt jeweils nur ein Paar zur Zucht in eine Voliere, weil das meines
Erachtens am effektivsten scheint. Sie werden auch nicht mit Kanarien oder
anderen Finkenvögel vergesellschaftet, da anschließend der Nachwuchs nur aus
Mischlingen besteht. In Freiheit ist ja der Stieglitz lockerer
Gruppenbrüter, sind aber mehrere Paare in einer Voliere, so gibt es den
ganzen Tag nur Streit. Der Stieglitz ist ein Kulturfolger geworden, weil er
die Nähe des Menschen suchte. Er ist also sehr anpassungsfähig und auch ein
ruhiger und nicht ängstlicher Pflegling. Für ihn ist die Ausstattung der
Voliere nicht so ausschlaggebend, sondern die richtige Fütterung.
Meine Zuchtvolieren haben eine Grundfläche von 2 x 1 Meter und eine Höhe von
2 Metern. Sie sind überdacht und die Seiten werden im Frühjahr mit
Kiefernästen ausgeschmückt. In ihnen werden die »Sabelschen Nistklötze« in
verschiedener Höhe befestigt. An die Voliere angegliedert ist ein
Schutzraum, damit im Winter der schlimmste Wind mit seiner Kälte abgehalten
wird und die Stieglitze Wasser und Futter frostfrei aufnehmen können. Der
Volierenboden wird im Frühjahr und nach der Brutzeit dick mit Fichtennadeln
bestreut, während im Schutzraum Sand den Boden bedeckt. Die Stieglitze haben
in der Voliere ihre tägliche Badegelegenheit. Die Fichtennadeln saugen das
Spritzwasser auf damit keine Suhle entsteht.
Geschlechtsreif sind die Stieglitze zum
Ausgang des 1. Lebensjahres. Sie führen eine monogame Saisonehe.
„Außereheliche Kopulationen“, wie sie durch ihn in einer
Gesellschaftsvoliere sehr oft vorkommen, fallen ja nicht an, da jeweils 1
Paar allein ist. In der Voliere sind bis 3 Jahresbruten möglich, man sollte
aber nach Möglichkeit nicht über 2 Bruten zulassen, da die Vögel dann sehr
geschwächt werden.
Das Männchen beginnt bei gutem Wetter im
Februar/März mit seinem Gesang an zu üben, und steigert sich immer mehr.
Nach mehreren Wochen hat es sich eingesungen und die Balz fängt an. Meistens
geht der Beginn vom Weibchen aus. Mit Körperpendeln und Schnabelsenken
nähert es sich dem Männchen. Zudem versucht es noch die gelben Flügelbinden
durch Sträuben und Aufplustern zu verdecken. Beim Männchen ist das anders,
es kommt darauf an die leicht gelüfteten Flügel durch angelegtes Gefieder so
zu präsentieren, dass die gelben Flügelbinden gerade auffallen. Diese können
noch durch leichtes Spreizen der Flügel vergrößert werden. Mit gestelzten
Beinen steht das Männchen, ruckt mit hängenden Flügeln sowie gespreiztem
Schwanz, pendelt mit dem Körper von einer Seite zur anderen und lässt seinen
Gesang hören. Meistens kann das Weibchen nicht widerstehen, hinzu kommt auch
noch die Fütterung durch das Männchen. Das Weibchen zeigt seine Bereitschaft
durch leichtes Ducken in den Fersengelenken, durch Vibrieren mit den Flügeln
und durch das Hochklappen des Schwanzes an. Was folgt ist die Kopulation,
welche mehrmals am Tage bis zum fertigem Gelege stattfindet. Während der
Balz geht die Dominanz vom Männchen auf das Weibchen über.
Das Männchen beginnt bei gutem Wetter im
Februar/März mit seinem Gesang an zu üben, und steigert sich immer mehr.
Nach mehreren Wochen hat es sich eingesungen und die Balz fängt an. Meistens
geht der Beginn vom Weibchen aus. Mit Körperpendeln und Schnabelsenken
nähert es sich dem Männchen. Zudem versucht es noch die gelben Flügelbinden
durch Sträuben und Aufplustern zu verdecken. Beim Männchen ist das anders,
es kommt darauf an die leicht gelüfteten Flügel durch angelegtes Gefieder so
zu präsentieren, dass die gelben Flügelbinden gerade auffallen. Diese können
noch durch leichtes Spreizen der Flügel vergrößert werden. Mit gestelzten
Beinen steht das Männchen, ruckt mit hängenden Flügeln sowie gespreiztem
Schwanz, pendelt mit dem Körper von einer Seite zur anderen und lässt seinen
Gesang hören. Meistens kann das Weibchen nicht widerstehen, hinzu kommt auch
noch die Fütterung durch das Männchen. Das Weibchen zeigt seine Bereitschaft
durch leichtes Ducken in den Fersengelenken, durch Vibrieren mit den Flügeln
und durch das Hochklappen des Schwanzes an. Was folgt ist die Kopulation,
welche mehrmals am Tage bis zum fertigem Gelege stattfindet. Während der
Balz geht die Dominanz vom Männchen auf das Weibchen über.
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Stieglitz-Gelege
Foto: © Archiv der VNW |
Die weißen Eier sind mit feinen rostbraunen
Schnörkeln und Flecken zum stumpfen Pol hin versehen. Gelegentlich sind auch
ganz weiße Eier dabei. Täglich in den frühen Morgenstunden wird gelegt. Beim
Legen des 1. Eies ist meistens das Nest noch nicht ganz fertig. Ein
Stieglitzgelege besteht in der Regel aus 5 Eiern, seltener aus 4 oder 6. Ab
dem 3. Ei beginnt das Weibchen allein mit der Brut. Die Brutzeit beträgt 12
Tage. Während der Brutzeit wird das Weibchen vom Männchen mit Nahrung
versorgt. Es verlässt das Nest dann nur noch für die eigene Körperhygiene.
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Stieglitz-Jungvögel
Foto: © Archiv der VNW |
Meistens schlüpfen zuerst 3 Junge, während
die restlichen 2 Jungen am nächsten Tag das Ei verlassen. Dieses ist eine
Anpassung an die Ernährungsbedingungen in der freien Natur. Ist die
Nahrungssituation schlecht, so werden nur die zuerst geschlüpften gefüttert
und die zuletzt heraus gekommenen gehen ein. Da in der Voliere ja genügend
Aufzuchtsnahrung vorhanden ist, dürfte kein Junges eingehen und nach ein
paar Tagen sind alle auf dem gleichen Entwicklungsstand. In den ersten Tagen
bilden die Jungen eine Wärmepyramide, sie liegen dann mit den Köpfen
aneinander. Die Eischalen werden zum Teil von den Altvögeln gefressen und
aus dem Nest entfernt um auf dem Futtertisch abgelegt zu werden. Das
Männchen ist in den ersten 6 Tagen, während das Weibchen allein hudert, für
die Nahrung zuständig. Das Futter übergibt es an sein Weibchen und dieses
verfüttert es an die Jungen. Am 1. Tag geben die Jungen keinen Kot ab, aber
ab dem 2. bis zum 6. Tag wird der Kot vom Weibchen verschluckt, vom 7. bis
12. Tag wird er bis auf einzelne Häufchen weggetragen und danach von den
Jungen auf den Nestrand abgelegt. Die Jungen öffnen die Augen vom 5. bis zum
7. Tag und betteln dann gezielt die Eltern um Futter an. Jetzt sind auch die
Bettellaute deutlich zu hören und der Zeitpunkt für die Beringung ist da. Ab
dem 8. Tag ist das Nest zu meiden, denn sonst verlassen die Jungen
fluchtartig nach allen Richtungen das Nest. Meistens verlassen die Jungen
das Nest am 12. bis 14. Tag. Sie
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Stieglitz-Jungvogel
Foto: © Archiv der VNW |
geben dann mit ihren Lauten an wo sie sind,
damit das Männchen sie füttert. Das Weibchen baut inzwischen ein neues Nest,
da ja das Alte mit dem Kotrand unbrauchbar geworden ist. Die Jungen sind mit
28 bis 30 Tagen selbständig. Sie sollten nun aus der Zuchtvoliere entfernt
werden damit sie die Folgebrut nicht stören. Sie sind mit Farbringen zu
markieren bevor sie dann in eine Flugvoliere kommen. Sieht man im Frühjahr
am Füttern wo sich Paare gebildet haben, so können diese extra gesetzt
werden. Übrigens lasse ich gute Zuchtpaare beieinander und trenne sie nicht.
Die in der Tabelle aufgeführten
Wildkräuter, gleich ob halbreif oder reif, sorgen für eine Mauser ohne
Schwierigkeiten. Jung- und Altvögel mausern in den Zeitraum von Juli bis
August.
Es ist nachgewiesen worden, dass die
Graukopfstieglitze dieselben Nahrungspflanzen, wie auch unsere heimischen
Stieglitze aufnehmen. Wir versorgen ihn also, wie in freier Natur, mit
halbreifen und reifen Sämereien. Diese Wildkräuter lt. folgender Liste, sind
die Voraussetzung für zuchtreife und gesunde Vögel. Durch die
unterschiedliche Reifezeit kommt zwangsläufig Abwechslung in den Speiseplan.
Man sollte nach Möglichkeit immer mehrere Arten reichen und nie abrupt
wechseln, da sonst Verdauungsbeschwerden auftreten können. Bei dieser
Fütterung entfällt auch das Keimfutter, welches nur bei
Schlechtwetterperioden gereicht wird. Zusätzlich keimt ja in der Voliere
überall und in jeder Ecke irgendein Samen.
Man hat festgestellt, dass der Stieglitz Samen und Teile von 152
Wildkräutern zu sich nimmt. In der nachfolgenden Liste sind ein paar davon
genannt.