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Nest und Standort
Allgemeines

Brutkolonie

Neststandort

Nestarten

Aufwand

Allgemeines

Um ihre Eier zu legen und auszubrüten brauchen Vögel einen sicheren Ort. Im Nest müssen Eier und Junge geborgen sein und Hitze, Kälte, Nässe und auch Nesträuber müssen von ihnen weggehalten werden. Von großer Bedeutung ist deshalb ein richtiger Neststandort. Ein guter Schutz sind versteckte und getarnte Nester. Dieses ist die beste Feindabwehr besonders von kleineren Vögeln, die sich nicht großartig verteidigen können. Die großen Nester von großen Vögeln sind dagegen schlecht zu verbergen. Sie werden deshalb so angelegt, dass sie so schwierig wie möglich erreichbar sind. Es gibt aber auch eine Ausnahme und das ist das Nest der Elstern. Diese baut zum Schutz gegen andere Rabenvögel oder räuberischen Säugetieren wie Marder oder Eichhörnchen ihr Nest mit einer Kuppel. Ungewollt kommt ihr von Seiten der Natur ein Schutz zu. Es ist die Mistel, welche als Halbschmarotzer auf Bäumen wächst. Hat sie ihre Größe erreicht, so sieht sie von weiten wie ein Elsternest aus. Sie wird nicht nur vom Menschen für ein Nest gehalten, sondern auch von anderen Arten der Rabenvögel. Haben diese ein paar Mal da wo sie ein Nest mit Nahrung vermuteten, nur die Pflanze gefunden,  so ist diese Art von Nestern erst einmal tabu.   nach oben

Die Brutkolonie

Sie kann unter den Zwang eines begrenzten Raumes von Seevögeln auf  kleinen Inseln entstanden sein. Auch bietet das Brüten in Kolonien einen gewissen Schutz vor Räubern. Versucht beispielsweise ein Fuchs, eine Möwe oder eine Krähe in eine Brutkolonie eindringen, so greifen die Bewohner gemeinsam den Feind an. Sie sind meistens in der Lage den Feind mit vereinten Kräften zu vertreiben. So sind auch kleinere Koloniebrüter in der Lage mit größeren und gefährlichen Feinden fertig zu werden. Mancher der sich zu weit an eine Küstenseeschwalbenkolonie herangewagt hat, wurde so mit Kot bespritzt, dass er schleunigst das Feld räumte.
Aber auch andere Vögel können aus der Wehrhaftigkeit einer Brutkolonie ihren Nutzen ziehen. So brüten Schwarzhalstaucher gerne in der Nähe von Lachmöwenkolonien um in deren Schutz den Nachwuchs aufzuziehen.
Den in Bäumen nistenden Reihern und Saatkrähen bietet der Schutz einer Brutkolonie soviel Sicherheit, dass sie mehrere Jahrzehnte in ihr verbleiben.
Nur wenige heimische Singvögel nisten in einer Kolonie. So klein die Wacholderdrossel ist, sie schaffen es gemeinsam sich zu wehren. Dringt einer in ihre Kolonie, so wird er mit Kot bespritzt.
Bei Gefahr vertreiben die Kiebitze mehrerer Kolonien den Feind. Deshalb nutzen verschiedene Pieper und Stelzen den Schutz und brüten bei den Kiebitzen. nach oben

Der Neststandort

Der Standort des Nestes ist angeboren. So bauen die meisten Arten immer an derselben Stelle, ein Finkenvogel immer auf Bäumen, ein Specht in Höhlen, verschiedene Laubsänger am Boden und der extravagante Eisvogel gräbt sich eine Höhle. Ein Teil der Vögel aber richten sich nach den örtlichen Gegebenheiten, der Haussperling kann sein Nest beispielsweise in einen Nistkasten, eine Mauernische usw. bauen.
Vögel der offenen Landschaft und auch Wasservögel haben kaum die Möglichkeit ihr Nest in der dichten Vegetation zu verstecken, sie müssen die geringste Deckung ausnutzen. Sie verhalten sich deshalb sehr vorsichtig um ja die Lage des Nestes nicht zu verraten. Watvögel schleichen bei Gefahr geduckt vom Nest weg. Sie können aber aus sicherer Entfernung durch auffälliges Verleiten den Feind vom Nest fortzulocken. Taucher rutschen bei Gefahr vom Nest und tauchen weg.
Hühner- und Watvögel die am Boden brüten schützen ihre Nester auf  verschiedene Art und Weise vor Entdeckung. Sie sind in der freien Landschaft äußerst wachsam. Bevor es wirklich gefährlich wird, haben sie schon ihr Nest verlassen. Hühnervögel haben meistens helle Eier, welche leicht zu sehen sind und verstecken ihr Nest deshalb in der Vegetation. Durch die Tarnfarbe des Weibchens was sich auf dem Nest niederduckt sind sie nicht zu sehen. Nur wenn der Feind ganz nah ist, fliegen sie auf.
Für die meisten kleinen Vögel die in Büschen oder Bäumen brüten, ist es nicht schwer ihr Nest zu verbergen. Große wehrhafte Vögel bauen ihre Nester wo sie schwer erreichbar sind und das sind meistens die Baumspitzen. Deshalb bauen nur wenige kleinen Vögel ihre Nester in den Kronen der Bäume, gleich ob Nadel oder Laub. Es sind nur Kreuzschnäbel, Winter- und Sommergoldhähnchen, seltener Buchfinken die hier ihr Nest dicht unter den Zweigen der Nadelbäume bauen. Enten und Taucher bauen gerne auf kleinen Inseln, wo keine Prädatoren sie erreichen. Für die Seevögel sind es die wichtigen vorgelagerten Inseln.
Sehr viel Vögel brüten in verschiedenen Höhlen. Baumhöhlen werden von Enten, Tauben, Eulen, Schnäpper usw. benutzt. Der Kleiber mauert den Eingang seiner Höhle soweit zu, dass er gerade noch hinein kommt. Alle der genannten Vögel zimmert sich eine Höhle. Sie benutzen natürliche und von Spechten gefertigte Höhlen. Weiden- und Haubenmeisen  zimmern in morschen Bäumen und nehmen natürlich Nistkästen an. Eisvögel, Uferschwalben und Bienenfresser graben sich eine Höhle. Sturmvögel graben sich eine oder benutzen eine Kaninchenröhre. In Felsspalten, Mauerritzen usw. sind Rotschwänzchen, Stare, Mauersegler und Sperlinge zu finden. Höhlen bieten den Vögeln mehr Sicherheit. Sie sind aber sehr begehrt und deshalb finden oft erbitterte Kämpfe statt. nach oben

Die Nestarten

Die meisten Vögel bauen sehr unauffällig ihr Nest, da allein schon das Herumtragen von Nistmaterial den Bau verraten kann. Wat- und Hühnervögel legen ihre Eier meistens in eine selbstgescharrte oder natürliche Mulde, welche gar nicht oder nur wenig ausgepolstert wird. Sandregenpfeifer tarnen ihr Nest mit Steinchen und Muschelstücken. Die meisten Watvögel legen ein paar Halme in die Mulde. Der Kiebitz  umgibt sein Nest mit Pflanzenteile damit die Eier nicht so auffallen. Enten und Gänse polstern mit eigenen Dunen das Nest und ziehen mit dem Schnabel erreichbare und trockene Pflanzen zusammen. Taucher bauen mit Röhrichtteilen ihr schwimmendes Nest und verankern es an Wasserpflanzen. Diese Nester können zum Teil Wasserschwankungen ausgleichen. Enten und Taucher bedecken beim Verlassen des Nestes die Eier mit Dunen ab.
Ein einfaches Nest baut die Ringeltaube. Sie häuft nur soviel Reiser aufeinander die möglich sind um ihre Eier, den Altvogel und später die Jungen zu halten. Krähen und Häher flechten Reiser zu einem festen Napf den sie mit Wurzeln und Pflanzenfaser  verstärken. Die Elstern setzen wegen der Gefahr die durch andere Rabenvögel droht eine Kuppel über das Nest. Die meisten Singvögel bauen ihr Napfnest aus Zweigen, Stängeln und Halmen. Es wird mit Haaren oder Federn ausgepolstert. Sperlinge suchen Federn zum Auspolstern. Die meisten Nester der Cardueliden sind gut isoliert. Ihre Wände aus Halmen, Flechten und Moos werden zusätzlich noch mit Haaren und Federn ausgelegt. Auch die Napfnester der bodenbrütenden Sperlingsvögel werden oft in eine Bodenmulde unter einem Grasbüschel verborgen und der Tarnung wegen führt ein Gang durch die Vegetation zu ihnen.
Schwanzmeise, Beutelmeise und Zaunkönig haben wohl die aufwendigsten nur mit seitlichem Eingang versehenen Nester. Sie werden  aus Spinnweben, Pflanzenwolle und Flechten gefertigt, während der Zaunkönig nur Halme und Blätter verwendet. Sie werden noch mit Federn ausgepolstert. Prachtfinken bauen ihr Nest fast nur aus trockenen Halmen mit langer Eingangsröhre an der Seite. Die Goldhähnchen bauen ein hohes Napfnest mit überstehendem Rand aus Federn damit keine Wärme verloren geht. Die Singdrossel schmiert ihr Napfnest innen mit Schlamm aus, sodass es ziemlich stabil ist. Schwalben bauen ebenfalls mit Schlamm geschlossene Nest, welche innen mit Federn ausgelegt werden. nach oben

Aufwand

Sehr viel Zeit haben die Standvögel für ihren Nestbau. Sie fangen zeitig an und haben deshalb 2 bis 3 Wochen für den Bau. Große Vögel wie Störche und Greifvögel bessern ihr altes Nest nur aus und können deshalb ihr Nest über mehrere Jahre benutzen. Zugvögel haben sehr wenig Zeit. Sie sind nur ein paar Stunden oder Tage aus den Überwinterungsgebieten zurück
und verpaaren sich. Sie beginnen sofort mit dem Nestbau, welcher in wenigen Tagen fertig
ist.
In Menschenobhut sieht es meistens mit dem Nestbau anders aus. Da werden zum Teil die Nester liederlich zusammengefügt, sodass sie das Gelege nicht tragen können. Deshalb hilft man hier mit Kanarienkörbchen und Kaisernestern aus. Prachtfinken sind schon mit einer Halbhöhle oder einen Nistkasten zufrieden. Bei heimischen Vögeln bietet man das Nistmaterial was sie auch in Freiheit nehmen. Exoten bauen am liebsten mit Kokosfasern und Kanarien mit Scharpie. nach oben

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Die Mispel sieht von weitem wie ein Elsternnest aus
Die Mistel,
welche als Halb-schmarotzer auf Bäumen wächst sieht von weiten wie ein Elster-
nest aus.

Schwalbe am Nest
Schwalbennest

Kormorannest

Kormorannest

Sperling am Nest
Sperling am Nest

Möwen
Das Nest der Möwen

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