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Die Segler gehören in die Verwandtschaft von Kolibris, Eisvögeln und
Bienenfressern, während die Schwalben, welche eben Singvögel sind und KennzeichenFast jeder hält die 16,5 Zentimeter großen rußschwarzen, nur an der Kehle hellen Mauersegler für Schwalben, dabei gibt es in Europa gar keine Schwalben in dieser Größe. Sein Schwanz ist kurz und gegabelt. Mit seinen kleinen Klammerfüßen kann er sich gut an Mauern festkrallen, aber auf ebenem Boden ist er weitgehend hilflos. Seine Füße sind verkümmert und umgebildet. Alle 4 Zehen sind nach vorne gerichtet und tragen scharfe Krallen, mit deren Hilfe sie sich festhalten können. Männchen und Weibchen gleichen sich. Hinzu kommen noch die langen und schmalen Flügel und das mondsichelförmige Flugbild.
Den Namen Segler tragen sie eigentlich zu Unrecht, denn so gut sie auch zu fliegen vermögen, segeln, also passiv mit warmen Windströmungen gleiten, können sie nicht. Die Geschlechter gleichen sich. Das Jugendkleid hat helle Federsäume an Kopf und Rücken. Das Weiß an der Kehle ist ausgedehnter als im Alterskleid. Der nackte Nestling ist graurosa gefärbt und bildet an Bauch und Rücken, weniger am Kopf, feine aschgraue Dunen, welche vom folgendem Federkleid überwuchert werden. Die Schnabelwülste sind an der Basis mattweiß. Der Rachen ist fleischfarben mit braunem Fleck an der Zungenspitze. Verbreitung - LebensraumDer Mauersegler kommt als
Sommervogel in ganz Europa bis zum nördlichen Polarkreis und in großen
Teilen Nord- und Mittelasiens bis jenseits des Baikalsees vor. Auf dem Zug
in die afrikanischen Überwinterungsgebiete südlich der Sahara kann der
Mauersegler bis zum Kap der Guten Hoffnung vordringen. Seine Ankunft in
Mitteleuropa fällt auf das letzte Drittel des April oder Anfang Mai. Schon
im Laufe des August, sofort nach dem Flüggewerden der Jungen, findet der
Rückzug statt. Der Aufenthalt am Brutplatz dauert also nur 3 Monate. Verhalten - StimmeDie Aktivität des
Mauersegler ist stark wetterabhängig. In der Regel schlafen Brutvögel im
Nest. Sie verlassen eine Stunde vor Sonnenaufgang das Nest und kehren eine
Stunde nach Sonnenuntergang zurück. Bei sehr schlechtem Wetter verschieben
sich die Zeiten. Die extrem langen und spitzen Flügel befähigen ihn zu sehr
schnellem, mühelosem Flug mit Höchstgeschwindigkeiten von etwa 200 km/h.
Während des Zuges wird auch nachts geflogen. Bei einem Greifvogel versammeln
sich die Mauersegler und gemeinsam mit Schwalben wird er verjagt und auch
Scheinangriffe geflogen. Da er nie auf den Boden kommt, sind seine Füße
verkümmert. Seine 4 Zehen sind nach vorne gerichtet, mit deren Hilfe er sich
an Mauern und Felswänden festhalten kann. Außer Baum- und Wanderfalke,
welche ab und zu nur junge oder schwache Mauersegler schlagen, hat er keinen
natürlichen Feind. Die größte Gefahr ist für ihn langanhaltendes
Regenwetter, denn dann finden sie keine Nahrung. Kündigt sich Schlechtwetter
an, so unternehmen vor allem noch nicht geschlechtsreife Mauersegler in
großen Schwärmen weite Wanderungen, bis sie auf gutes Wetter stoßen. Sie
kommen dann erst nach Wochen zurück. Bei kaltem Wetter fallen Nestlinge in
einem Starrezustand, die Körpertemperatur fällt und der Stoffwechsel wird
stark reduziert. Auch die Atemfrequenz wird besonders des Nachts
verlangsamt. Nestlinge können so mehr als eine Woche ohne Nahrung auskommen.
Altvögel halten dieses nur 4 Tage aus, dann verhungern sie. UnterbringungEine Haltung ist wegen der komplizierten Unterbringung und Fütterung höchstens kurzzeitig und äußerst mühevoll möglich. Nur ausnahmsweise in Menschenhand gefallene Vögel sollte man gesund pflegen und sie dann in die Freiheit entlassen, da sonst die Flugmuskulatur mehr und mehr nachlässt. FindlingeBei starken Hitzeperioden springen die Jungvögel vorzeitig aus der Nisthöhle, wodurch alljährlich hohe Verluste vorprogrammiert sind. Ein Teil dieser Mauersegler kommen dann in die Hände des Menschen. Bei ihnen ist es ganz anders als bei ausgeflogenen Singvögeln, während die Letzteren von den Eltern gefüttert werden, sterben die jungen Mauersegler den Hungertod da ihre Eltern sie nicht füttern können. Mauersegler zeigen kaum Scheu vor dem Menschen den sie ja nicht kennen. Beim Menschen aber löst der junge Mauersegler sofort das „Kindchensystem“ auch „Baby-Look“ genannt sofort den Brutpflegetrieb aus. Angewiesen auf den Menschen, ist das Junge nach dem ersten Füttern recht leicht zu versorgen. Es sperrt anschließend in Erwartung von Futter selbständig, was einen Aufzuchtserfolg erleichtert. Sorgsam ist zu überlegen bevor man sich entscheidet, ob man solch einen Vogel überhaupt aufzieht. Ist er dann groß und selbständig muss er ja freigelassen werden. In die Überlegungen ist auch einzubeziehen dass solch ein Vogel stündlich gefüttert werden muss und das von morgens um 0700 Uhr bis abends um 2200 Uhr. Das heißt aber auch man kann ohne den Piepmatz das Haus nicht verlassen. Auch sonst beschäftigt er den Pfleger ganz schön. Für die Fütterung wird ein Weichfutter für Zärtlinge krümelig mit etwas Quark angerührt und in erbsengroße Kügelchen geformt und stündlich 1 Kugel verfüttert. Nach 3 bis 4 Tagen werden kleinste frische Tierchen darunter gemischt, wie Salinenkrebse, Wasserflöhe, Blattläuse usw. Man merkt schon ob der Jungvogel von einer Kugel satt ist oder nicht. Sperrt er nämlich nach der 1. Kugel so bekommt er eben noch eine Futterkugel. Besser ist es natürlich man verfüttert zusätzlich frischgehäutete Insekten, beispielsweise vom Mehlkäfer die Larven und Puppen, Obstfliegen, kleine Heimchen und Grillen, usw. mehr und mehr aber möglichst mit wenig Chitin. Größere Tiere müssen zerteilt werden. Alle 2 Tage wird das Lebendfutter ganz leicht mit Öl besprüht und mit Korvimin ZVT bestreut. Nach 14 Tagen spätestens nach 21 Tagen muss der junge Mauersegler ein Gewicht von 45 Gramm haben damit er freigelassen werden kann. FortpflanzungMauersegler werden frühestens am Ende ihres 2. Lebensjahres geschlechtsreif. Es wird eine monogame Saisonehe mit ausgeprägter Nistplatztreue und darauf beruhender Gattentreue geführt. In der Zeit von Mai bis Juni wird eine Jahresbrut geführt. Ersatzbruten nach Gelegeverlust sind häufig. Paarbildung, BalzDie Kopulation kann auf dem Nest oder in der Luft vollzogen werden. Voraus geht immer eine gegenseitige Gefiederpflege, insbesondere am Kopf. Sie beschwichtigt den Partner und festigt die Paarbildung. Das Weibchen liegt auf dem Nest. Das Männchen steigt auf, hält sich mit dem Schnabel am Nackengefieder und mit den Füßen im Rückengefieder des Weibchens fest. Dieses hebt den Hinterkörper leicht an während das Männchen seinen herabdrückt. Gewöhnlich erfolgen mehrere Begattungen nacheinander. Danach erfolgt wiederum ein Gefiederputzen. Die Begattungen im Flug zeigen wie gewandt Mauersegler im Flug sind. Das Weibchen fliegt ruhig dahin und beginnt mit den Flügeln zu vibrieren. Das dahinter fliegende Männchen fliegt schneller und lässt sich von oben auf das Weibchen nieder und verkrallt sich in das Rückengefieder des Weibchens. Meist werden während der Kopula die Flügel still gehalten, es können aber auch beide Partner mit vibrierenden Flügeln die Kopula vollziehen. Hierbei verlieren sie an Geschwindigkeit und Höhe, aber kurz über dem Boden fangen sie sich ab. NestMauersegler sind am lautesten wenn sie ihre Nistplätze besetzen. Mauersegler sind Höhlenbrüter, welche ursprünglich in zerklüfteten Felswänden nisteten. Es gibt unter Hausdächern, Dachrinnen und Mauerlöchern in Dörfern und Städten zahlreiche Nistmöglichkeiten, wo oft viele Paare nebeneinander brüten. Zusätzlich brüten sie noch in Mehlschwalbennestern, Spechthöhlen und Starenkästen. Gelegentlich werden auch in Felswänden, in Spalten und Astlöchern alter Bäume Nester angelegt. Beide Partner sammeln dann das Nistmaterial in der Luft, wie Federn, Papier, Haare, feine Pflanzenteile und Papier. Sie werden mit Speichel in ihrer Nisthöhle als Unterlage zu einem tellerartigem flachen Nest verarbeitet. Ist der Speichel abgetrocknet, so haben sie ein haltbares Nest. So ein Nest hat beim Neubau einen Durchmesser von 9 Zentimeter und kann sich durch jahrelanges Wiederbenutzen und auch Ausbau auf 15 Zentimeter erweitern. Benutzte Nester von anderen Vogelarten werden freigemacht oder Gelege und Nestlinge einfach überbaut. Ei, GelegeDie langgestreckten, elliptischen, weißen Eier haben die Maße 25,0 x 16,3 Millimeter und einem Frischvollgewicht von 3,5 Gramm. Ein Gelege besteht aus 2 - 3, ausnahmsweise 4 Eiern. Sie werden im 48 Stundentakt gelegt. Ab dem 2. Ei beginnt die Brutzeit von 18 - 20 Tagen durch beide Partner. Tritt während der Eiablage eine Kälteperiode ein, so werfen die Mauersegler die Eier Stück für Stück aus dem Nest und nur unter sehr günstigen Bedingungen legen sie ein neues Gelege nach. Schlupf, AufzuchtKurz nach dem Schlupf der Jungen bemühen sich die Eltern Nahrung herbeizuschaffen. Die Eischalen verbleiben im Nest oder neben dem Nest und werden nicht weggebracht. Bis zum 7. Tag werden die Jungen ununterbrochen gehudert. Die Nahrung für die Jungen wird von den Eltern im Kehlsack gesammelt und mit Speichel zu einer haselnussgroßen Kugel geformt. Der fütternde Vogel steckt den Schnabel tief in den Rachen des Nestlings. Bei der Futterübergabe haben beide Vögel, also der Alt- und der Jungvogel, die Augen geschlossen. Nach ein paar Tagen wird der Ballen auf mehrere Jungvögel verteilt, welche mit Schnabelschwenken bettelnd rufen. Ihre Augen öffnen sich vom 6. bis 13. Tag, während sie schon vom 10. bis 12. Tag umherklettern. Während die frischen Exkremente in den ersten Tagen von den Eltern verschluckt werden, bringen die Altvögel sie hinterher im Kehlsack fort. Sobald die Jungen den Kot über den Nestrand fallen lassen, wird er ignoriert. Nach 3 bis 4 Wochen setzen sie ihn sogar am Flugloch ab. Mit 37 bis 50 Tagen sind die Jungen flügge und selbständig. Sie kehren nicht mehr ins Nest zurück. Nun können Alt und Jung gemeinsam wegziehen oder die Jungvögel allein und die Eltern folgen ein paar Tage später. MauserDie Jugendmauser erfolgt im Winterquartier und ist im Februar/März beendet. Die Jahresmauser, eine Vollmauser, beginnt ab Juli und ist Ende Februar/März beendet. ErnährungDer Erwerb der Nahrung findet ausschließlich in der Luft, je nach Wetter und Insektenangebot statt. Sie besteht hauptsächlich aus Insekten, wie Blattläuse, Hautflügler, Käfer und weniger aus Spinnen. Die Futterballen bestehen je nach Größe aus 200 - 1500 kleinen Tieren, welche im Kehlsack mit Speichel zum Futterballen geformt werden. Die Futtertiere für die kleinen Mauersegler besteht aus 2 - 10 Millimeter kleinen Futtertierchen. Die Tagesleistungen eines fütternden Paares liegt bei günstigen Bedingungen bei etwa 20 000 Futtertierchen welche ca. 50 Gramm wiegen. AusklangDer Mauersegler war noch vor mehreren Jahrzehnten in Ballungsräumen ein sehr häufiger Brutvogel. Leider ist es Mode geworden an einem Haus alle Dachritzen und Spalten zu schließen, damit sich kein Dreck am Putz und Mauer festsetzt. In manchen Stadtkernen der Ballungsräume macht sich dieses durch abnehmende Bestände bemerkbar. Leider immer noch, werden in verschiedenen Mittelmeerländern, wo sich die Mauersegler in großen Mengen an den Strandfelsen aufhalten, Jagd auf Mauersegler gemacht. Besonders das Fleisch von den fetten Jungvögeln ist begehrt, man verzehrt es als eine Delikatesse. Trotz vieler Abkommen die zum Schutz der Vögel abgeschlossen worden sind, schießt man die Vögel ab oder fängt sie in weitmaschigen Netzen. Weiterführende LiteraturBAUER, H.-G. /BERTHOLD, P.
(1993): Die Brutvögel Mitteleuropas: Bestand und Gefährdung. Wiesbaden. Empfehlenswerte LiteraturATTENBOROUGH, David (1999): Das geheime Leben
DER VÖGEL, übersetzt von LINK, Scherz München Wie hat Ihnen dieser Artikel
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