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Lebendfutter für Vögel
Allgemeines

Kauf von Lebendfutter

Zucht von Lebendfutter
Artemenia
Drosophila
Fliegenmaden
Getreide-schimmelkäfer
Buffalos
Grillen
Mehlkäferlarven
Mückenlarven
Wachsmotten
Wasserflöhe
Zophobas
Großen Schwarzkäfers

Fang von Lebendfutter
Ameisenpuppen
Blattläuse
Heuschrecken
Motten
Tubifex
Wiesenplankton

Einfrieren von
Lebendfutter

Ausklang

Literatur
 

Allgemeines

Der Sperlingsvögel in freier Wildbahn beschäftigt sich außerhalb der Brutzeit hauptsächlich mit Schlafen, Gefiederpflege und Nahrungssuche. Da er viel Energie benötigt muss er sie sich durch Nahrung zuführen. Versucht man die Sperlingsvögel nun einzuteilen in Körnerfresser, Samenfresser, Früchtefresser und Insektenfresser, so ist dieses nicht möglich. Warum? Viele Körnerfresser, wie beispielweise Finken oder Cardueliden benötigen zur Brutzeit animalische Kost.      Viele Liebhaber geben ihren Vögeln anstelle Insekten Eifutter und Weichfutter. Ob das die richtige Lösung ist? Ich persönlich meine nein und deshalb füttere ich Insekten. Im Herbst nehmen diese Vögel meistenteils Beeren auf, sodass ihre Mauser ohne Schwierigkeit verläuft. Ebenso stellt sich ein Insektenfresser, auch Weichfresser genannt, wie beispielsweise die Grasmücke, im Herbst auf Beerennahrung um. Weichfresser benötigen meistens Lebendfutter um den Brutreiz auszulösen. Die meisten Samenfresser, wie der Feldsperling, füttern ihre Jungen mit Insekten und nur wenige Arten auch mit Samen wie der Stieglitz. Amsel und Star nehmen im Frühjahr hauptsächlich Insekten auf und gehen im Sommer über zu Früchten, wie Kirschen und Weintrauben. Man merkt wie vielseitig und abwechslungsreich die Vögel sich in Freiheit ernähren, also versuchen wir sie genau so bei uns in Menschenobhut zu versorgen. Dazu benötigen wir Lebendfutter. Alles was die Vögel so in Freiheit an Insekten, Raupen, Würmern und Käfern fangen und zu sich nehmen. Man kann Lebendfutter kaufen, wenn man die Umstände nicht scheut selber züchten und wer Zeit investiert kann die lebenden Insekten fangen.  nach oben

Kauf von Lebendfutter

War es vor wenigen Jahrzehnten noch unmöglich eine Vielzahl von Arten an Lebendfutter zu kaufen, so ist heutzutage preisgünstig alles zu kaufen. Dies ist aus vielen Gründen vorteilhaft, greifen sie anders als beim Fang von Wildinsekten nicht in den natürlichen Artenbestand ein. Die gezüchteten Insekten sind optimal ernährte Futtertiere. Man kann sich das Lebendfutter zusenden lassen, es wird dann sogar ins Haus gebracht. Auch ist die Selbstabholung beim Händler, wie auf einer bekannten Vogelbörse im Oberbergischen möglich, welche am 1. Sonntag jeden Monat stattfindet. Was ist an Lebendfutter zu kaufen: Da sind von Mini-Mehlkäferlarven bis zu der ausgewachsenen Mehlkäferlarve, weiterhin noch Buffalo und Zophobas zu haben. Ebenfalls sind Heimchen, Grillen und Heuschrecken von mikro über kleine und mittel bis große im Angebot. Natürlich dürfen kleine und große flugunfähige Drosophila nicht fehlen. Maden und Pinkys für den Kleinverbraucher ab 125 ml bis zum großen Bedarf  von 1Liter und mehr für den Großverbraucher sind zu haben. Um das Sortiment abzurunden gibt es noch Rosenkäferlarven, Tebo-Raupen, Dendrobena, Tauwürmer und Ameiseneier. Wer kein Lebendfutter benötigt kann die einzelnen Arten auch gefroren oder um eigenes Futter zu mischen getrocknet mitnehmen. Für Aquarium-, Terrarium- oder Vogelliebhaber sind noch Wasserflöhe, Bachflohkrebse, Wasserfliegen, Garnelen und Muscheln zu haben. nach oben

Zucht von Lebendfutter

Wir versuchen unseren Vögeln das Leben und die Nahrung wie in freier Wildbahn zu bieten. Natürlich kann dieses nicht so spannend und nur annähernd geschehen. Was macht ein Vogel der in Freiheit lebt? Er muss immer acht geben um nicht von einen Greifvogel, einer Eule, einen Marder oder einer Katze getötet und gefressen wird. Dazu kommen noch die vielen Stunden der Nahrungsbeschaffung. In Menschenobhut entfällt dieses, da er sein ausreichendes Futter und sein Badewasser hat. Wir müssen uns also bemühen, bevor der Vogel phlegmatisch wird, ihn  aus seiner Lethargie durch Lebendfutter zu kompensieren. Insektenfresser brauchen

das Lebendfutter zur Auslösung des Brutreizes und als Nahrung für ihre Nachkommenschaft. Allein schon deswegen ist es gut, einen Teil der Futtertiere selbst zu ziehen. nach oben

Viele Insekten sind im menschlichen Lebensbereich als Schadinsekten anzusehen. Bei ihrer Haltung ist darauf zu achten damit sie nicht entweichen und Schaden anrichten. Deshalb sollte eine Zucht der Insekten nach Möglichkeit in einem geschlossenen Raum erfolgen und dieser sich nicht in der Wohnung sondern im Vogelhaus, Heizungskeller usw. liegen. Ist das nicht möglich, so sind unbedingt zu verschließende Behälter verwandt werden damit keine Tiere entkommen und die Wohnung mit ihren Nachkommen verseuchen. Um dem vorzubeugen reicht es aber auch aus, verschiedene Stellen des Raumes mit einem guten Vernichtungsmittel zu versehen. Natürlich muss der Raum mit Licht und Heizung versehen sein.
Die Kosten der Anschaffung für Behälter und Fanggeräten fallen nur im ersten Jahr an und sind nicht weltbewegend. Selber bin ich erst mit einigen Plastikbehältern eingestiegen, welche für die Fütterung und auch für die Entnahme eine Klappe hatten. Als die Zucht dann letztendlich klappte kamen immer mehr Behälter hinzu. Die Heizungskosten können entfallen, wenn die Zucht im Heizungskeller aufgebaut wird. Wer das nicht kann, der besorgt sich die kleinen Bodenheizungen von Minitreibhäusern, diese sind sparsam und halten die Wärme konstant. Es bleiben also nur die Zuchtansätze welche je nach der zu ziehenden Art unterschiedlich kosten.
Züchten kann man all das was man braucht. Dieser Bericht soll Anregungen geben, deshalb werden einzelne Arten nur angesprochen. Wer züchten will sollte sich entsprechende Literatur besorgen wie von: JAHN, J. (1978): Lebendfutter für Aquarien- und Terrarientiere sowie Vögel, Philler, Minden.  nach oben

Artemenia sind Salinenkrebse die in Salzwasser unter guter Belüftung und bei 20 bis 30° Celsius gezüchtet werden. Sie sind für Zärtlinge wie Goldhähnchen gedacht. nach oben

Drosophila, die flugunfähigen Fruchtfliegen lassen sich am besten in alten Bienenwaben ziehen. Der Zuchtbehälter sollte dunkel sein.  nach oben

Enchyträen, kleine Regenwurmverwandte, sind ein gutes geeignetes Futter für Zärtlinge, wie beispielsweise Laubsänger und Grasmücken. Es sind dünne, helle etwa 10 bis 45 Millimeter lange Würmer. Sie sind gut in feuchtfauligem Laubwaldboden zu ziehen.  nach oben

Fliegenmaden: Sehr einfach sind sie selbst zu züchten. Ein alter Eimer mit Deckel ist für diesen Zweck gut genug. Im Boden werden mehrere Löcher gestochen. Bis zur Hälfte werden ein paar Fleischkochen in den Eimer gefüllt. Nach wenigen Stunden in der Sonne wird der Eimer verschlossen und auf die Voliere gestellt. Die sich entwickelnden Maden fallen durch die Löcher im Boden in die Voliere. Die Vögel haben die Futterquelle bald entdeckt und nehmen die Maden zu sich. Solch ein Eimer stinkt erbärmlich, deshalb kann man ihn nur aufstellen, wenn der Nachbar nicht zu nah wohnt. nach oben
Getreideschimmelkäfer: Seine Larven  sind die Buffalos. Sie werden wie Mehlkäferlarven gehalten und von den Vögeln gerne gefressen.
Grillen sind bei mindestens 30 bis 35° C zu züchten. Das Problem bei ihnen ist, das Frischgeschlüpfte durch Drahtgaze kommen. Also sollte der Behälter glatte Wände haben und mindestens 40 bis 50 Zentimeter hoch sein. Die Junggrillen schlüpfen nach 15 Tagen und sind mit 2 bis 2 ½ Monaten schon zu verfüttern. nach oben
Mehlkäferlarven:
Am besten fängt man mit ihm an. Die Mehlkäferlarven, auch Mehlwürmer genannt sind in der Vogelzucht bekannt und sehr verbreitet. Sie können das ganze Jahr über gezüchtet werden. Gerade die frischgehäuteten weißen Larven sind bei den Vögeln sehr begehrt. Sie sollten mäßig verfüttert werden, da die Vögel schnell von ihnen fett werden. Wer beispielsweise nur Mehrkäferlarven und dazu noch reichlich verfüttert muss damit rechnen, dass irgendwann seine Vögel gesundheitliche Einbußen erleiden können wie Fußgeschwüre und Augenerkrankungen. Vermutet wird, dass der hohe Fettgehalt der Würmer und die giftigen Bestandteile der Chitinhülle ungünstige Auswirkungen auf den Vitaminhaushalt nimmt. Vor der Verfütterung an die Vögel sollten die Larven mehrere Tage sehr vitaminreich ernährt werden. Zudem sollten nur frisch gehäutete, also weiße Larven und Puppen verfüttert werden. nach oben

Mückenlarven  in rot, schwarz und weiß werden ebenfalls in Regenfässer gezogen. Sie werden mit einem feinen Netz herausgesiebt und in flachen Schalen verfuttert. Nicht unter das Weichfutter geben, da sie sehr schnell verderben. nach oben
Wachsmotten, als Schädlinge im Bienenstock sind ein gutes Aufzuchtfutter und zugleich eine gern gefressene Eiweißquelle. Sie sind in der Zucht bei 25 bis 30° Celsius und dunkel zu halten. nach oben

Wasserflöhe zieht man in einer Regenwassertonne ohne Deckel. Man braucht nur ein feines Netzt zum fangen und bietet den Vögeln die Tiere in einer flachen Wasserschale. Man sollte die Tiere nicht unters Weichfutter geben, da sie besonders im Sommer schnell schlecht werden. nach oben

Zophobas sind die Larven des Großen Schwarzkäfers und werden wie Mehlkäferlarven gehalten. Nach 12 Tagen bei 28° C schlüpfen die Larven. Nach ca. 2 Monaten sind sie fast ausgewachsen und können schon verfüttert werden. Die Zucht ist geruchlos. nach oben

Fang von Lebendfutter

Ameisenpuppen auch Ameiseneier genannt sind von den Vögeln sehr begehrt. Man braucht sie für verschiedene Weichfresser als Start in die Brutzeit.  Die Rote Waldameise, die große Nester baut ist bei uns geschützt. Tiefgefroren werden die Puppen aus anderen Länder importiert und sind bei uns zu kaufen. Für uns zum Selbstsammeln kommt nur die Wiesen- oder Rasenameise infrage. An sonnigen Tagen lohnt es sich an Böschungen, Feldrainen und im Garten nach Nestern zu suchen. Man sollte nicht alle Puppen entnehmen.
Blattläuse von Bäumen, Sträuchern und auch von Gemüsepflanzen werden gerne von unseren Zärtlingen wie Goldhähnchen oder Laubsänger genommen. Die schwarzen Blattläuse die man auf dem Holunder und an Saubohnen findet frisst nicht jeder Vogel. Hier heißt es ausprobieren. nach oben

Heuschrecken dürfen nicht von einer mit Fäkalien gedüngten Wiese gefangen und verfüttert werden. Bei feuchtem Wetter bilden sich Nematoden, also kleine Fadenwürmer. Ihre Larven sitzen an den Grashalmen. Bei Bewegung wechseln sie auf die Heuschrecken und bohren sich hinein und entwickeln sich zu Würmern. Werden sie von den Vögeln gefressen, so stirbt der Vogel. Ansonsten sind Heuschrecken gleich welcher Art ein gutes Futter.  Sie sollten vor dem Verfüttern abgetötet werden.  nach oben
Motten sind gut mit einer Lichtfalle in der Nacht zu fangen nach oben
Tubifex sind ein gutes Futter für Weichfresser. Sie sind bis zu 8 Zentimeter  lange Schlammröhrenwürmer die im Faulschlamm der Bäche zu finden sind. Sie müssen mit einem stabilen Metallsieb geborgen und abgespült werden. nach oben
Wiesenplankton ist ein abwechslungsreiches sehr gutes Futter. Mit einem feinen Netz streift man über die Wiese und sammelt alles was da fleucht ein. Damit die Tiere nicht entkommen, werden sie in einem schmalen Glas gesammelt. Vor dem Verfüttern werden die Tiere kräftig geschüttelt und dann in einer Schale den Vögeln hingesetzt. Plankton kann auch eingefroren werden. nach oben

Einfrieren von Lebendfutter

Das Töten und Abtrocknen der Wildinsekten geschieht folgendermaßen. Es darf kein Gift genommen werden, weil das für unsere Vögel schädlich wäre. Am einfachsten ist es die Insekten mit kochendem Wasser in einem Sieb zu töten. Der Tod tritt sofort ein. Die toten Tiere werden auf mehrere Lagen Krepp-Papier zum Abtropfen gelegt und können danach, damit sie nicht zerdrückt werden in einer Dose eingefroren.  nach oben

Aausklang

Dieser Bericht soll Vogelliebhaber Anregungen geben seinen Vogellieblingen ruhig Lebendfutter anzubieten. Ob sie nun Lebendfutter kaufen, züchten oder Fangen bleibt ihnen überlassen.  nach oben

Literatur

CREUTZ, G. (1953): Schnecken als Vogelnahrung, Beiträge zur Entomologie, Berlin:413.

MARTIN, H-J. (1990):Tierisches Futter für Finken und Prachtfinken, Die Voliere 13,
H.9:260.

MUTH; B. (1992): Zur Ernährung empfindlicher Weichfresser, Die Voliere 15, H.12:371.

SABEL, K. (1967): Wald- und Wiesenvögel, Kosmos Stuttgart.

SABEL, K. (1983): Naturgemäße Finkenzucht, Joko, Bassum. nach oben

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Mehlkäferlarven
Gerade die
frischgehäuteten
weißen Larven sind
bei den Vögeln sehr
begehrt.


Heuschrecke
Heuschrecken gleich welcher Art ein gutes Futter


Fliege
für die Madenzucht

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Copyright © 2004 Manfred Giebing  Stand: 26. November 2007