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Wir sehen also, dass die Vorzugsnahrung des Hänflings sowohl aus länglichen Getreidekörnern, runden Rapskapseln oder sehr kleinen Beifußsamen bestehen kann, ohne gemeinsame Merkmale aufzuweisen. Ebenso nimmt er Samen in allen Reifestadien zu sich. Im Sommer bevorzugt er saftreiche Nahrung, so werden gerade im Frühsommer die saftreichen Blütenblätter des Löwenzahns aufgenommen.
Das ganze Jahr über, reiche ich den Hänflingen eine Spezialfuttermischung eines bekannten Versandhandels zur freien Aufnahme.  Zusätzliche Gaben von Salat-, Distel- und Erlensamen nehmen sie gerne an.

Im Frühjahr und Herbst reiche ich besonders viel Quell- oder Keimfutter. Selbstverständlich sollte das ganze Jahr über Grit, Sand und Futterkalk zur Verfügung stehen. Ebenso werden in den aktiven Phasen, wie Brutzeit oder Mauser, aminosäurereiche Beigaben, Vitamine, Mineralien und Spurenelemente nicht fehlen.
Als Aufzuchtfutter für die Jungen werden zum größten Teil halbreife Sämereien von Gras, Huflattich, Löwenzahn und Raps verfüttert. Insekten als Aufzuchtfutter werden nur selten benötigt, man sollte aber wenigstens den Versuch machen und Blattläuse und Ameisenpuppen anbieten.
Selbstverständlich ist es wohl täglich frisches Trink- und Badewasser zu reichen.

Rotfärbung

Die blutrote Farbe, welche das Männchen in der freien Natur bekommt, entsteht durch Abrieb der Federspitzen.  Vermausern sie dagegen in Menschenobhut, so erhalten sie kaum eine Rotfärbung. Die Gründe können mangelnde Bewegung sein, sowie keine ausgewogene Ernährung, da  dann die erforderlichen Farbpigmente fehlen.
Hier kann die Haltung in einer biotopgerechten Voliere, welche die entsprechende Bewegung bietet, Abhilfe schaffen. Auch Pflanzen mit entsprechender Rotfärbung, wie Sauerampfer und Wegerich helfen hier. Eine richtige Fütterung wie weiter oben aufgeführt ist immer richtig. Unterstützen kann  auch die Gabe von Rotfärbepräparaten. Wichtig ist immer, schon vor der Mauser mit der Gabe von Präparaten und entsprechende Sämereien zu beginnen.

Ausklang

Da der Hänfling fast ausschließlich seine Jungen mit Sämereien groß zieht, erscheint seine Zucht besonders leicht zu sein, was sich aber als Trugschluss erweist.  Es ist meistens seine angeborene Scheu ,welche ein Hemmnis darstellt. Also geben wir genügend Deckungsmöglichkeiten. Weiterhin sollte man nach Möglichkeit ein Paar sich selber finden lassen, denn harmonisierende Paare sind während der Aufzucht der Jungen besonders wichtig. Denken wir doch nur an die regelmäßige Fütterung des Weibchens, welches dann das Futter an die Jungen weitergibt. Wenn man dieses alles beherzigt, so erscheint die Zucht doch verhältnismäßig leicht zu gelingen. Anfängern kann ich unter diesen Voraussetzungen die Hänflingszucht nur empfehlen. Es wäre schade, wenn nicht nur ein guter heimischer Sänger, sondern auch ein farblich durchaus sehenswerter Vogel, in unseren Volieren  mehr und mehr seinen Platz verliert.

Literatur

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BECHSTEIN, J.M. (1797) Naturgeschichte der Stubenvögel

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BERZ, J. (1978) Aufzuchtserlebnis mit Hänflingen. Gefiederte Welt 102:207-209.

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BEZZEL, E. (1993): Kompendium der Vögel Mitteleuropas, Singvögel, Aula, Wiesbaden.

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BOSSELMANN, J. u. A. (1998): Die Vogelwelt in RLP, Singvögel, NABU, Mainz.

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DOST, H. (1954) Handbuch. Leipzig

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GASSMANN, H. (1989, 1990) Biologie und Ökologie des Hänflings. Die Voliere 12:324 + 13:17.

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GIEBING, M. (1995) Der Hänfling. Sonderheft VDW-NW, Oberhausen.

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NICOLAI; J: (1982): Fotoatlas der Vögel, Gräfe und Unzer, München

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RHEINWALD, G. (1965): Unsere schöne Vogelwelt, Lingen Köln.

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SCHAAF, F. (1973) Zur Brutbiologie des Hänflings. Gefiederte Welt 97:34-35.

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WOLTERS,  H.E. (1975-1987): Die Vogelarten der Erde. Berlin

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