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| Pyrrhula pyrrhula. Jungvögel beim Sperren. Foto: © Schreurs |
Jetzt muss man besonders aufpassen, damit es unseren Pfleglingen gut geht.
Es kann nämlich passieren, dass durch zu einseitige Aufnahme von Futter
oder zum Beispiel Dreck oder Kot einer der Jungen krank wird. Meistens
sitzen sie dann mit aufgeplustertem Gefieder da.
Diese Tiere sind abzusondern und mit ESB3 oder anderem
Antibiotika zu behandeln. Von vornherein alle Tiere prophylaktisch zu
behandeln, lehne ich ab. Nach ihrer Jugendmauser gehen die Jungen sogenannte
»Geschwisterverlobungen« ein, wobei die Geschlechter keine Rolle spielen. Da
die jungen Männchen während des ersten Winters rein weibliches Verhalten
zeigen, treten bei ihnen auch Nestbauversuche und Begattungsaufforderungen
auf. Spätestens Ende des Winters trennen sie sich, um dann einen
Brutpartner zu suchen.
Gimpel machen in Menschenobhut zwei bis drei Jahresbruten. Mehr sollte man
auch nicht zulassen, da hier besonders das Weibchen zu sehr belastet wird.
Die Mauser der Gimpel erfolgt in der Zeit von August bis Oktober. Während die Jungvögel nur eine Teilmauser durchmachen, also das Kleingefieder wechseln, erneuern die Altvögel ihr ganzes Gefieder, das heißt, die Mauser kann bei ihnen schon während der Jungenführung einsetzen und dauert etwa 80 bis 85 Tage. Wie wir sehen, verläuft die Mauser langsam, so das die Vögel flugfähig bleiben. Sind die Gimpel richtig ernährt, überstehen sie die Mauser ohne Probleme. Sehr wichtig ist es, während dieser Zeit reichlich Ebereschen- und Ligusterbeeren zu reichen, damit die rote Farbe so richtig zur Geltung kommt. Aber auch reichliche Gaben von Pflanzen mit rötlichen Farbstoffen wie z. B. Storchschnabel beeinflussen die Rotfärbung.
Entscheidend für ein hohes Lebensalter und für den Nachzuchterfolg beim Gimpel ist die artgerechte Ernährung. Sie sollte genau so abwechslungsreich sein wie in der freien Natur und zum größten Teil aus halbreifen und reifen Sämereien von Wildkräutern bestehen, wie sie in nachstehender Tabelle aufgeführt sind. Diese Pflanzen hole ich jeden Tag frisch. Teilweise werden sie zu Sträußen gebunden und aufgehängt oder auf dem Boden verfüttert. Die Pflanzen, die zu dem Zeitpunkt halbreif oder reif sind, werden von mir gesammelt, so dass sich zwangsläufig schon eine abwechslungsreiche Nahrung zusammenstellt.