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Halmbalz

Manchmal schon im Februar beginnt die Halmbalz. Je nach dem wie stark der Wachstum der Gonaden fortgeschritten ist, beginnt das Männchen dem Weibchen wie beim Schnabelflirt einen Halm anzubieten. Die Halmbalz soll zum Gleichklang beider Geschlechter führen. Ist es soweit, fliegen beide Partner mit Nistmaterial umher.
Wird ein Gimpelmännchen von einem fremden Gimpelweibchen zur Begattung aufgefordert, so wird dieses von ihm wahrgenommen ohne eine feste Bindung einzugehen. Dieses kann nur in einer großen Voliere passieren, wo sich mehrere Gimpel aufhalten, was aber meistens nur Unruhe mit sich bringt. Ebenso scheiterten bei mir Versuche, zwei Weibchen mit einem Männchen in der Voliere zu halten, mit dem Erfolg, dass sich beide Weibchen gegenseitig störten. Sie mussten getrennt werden.

Begattung

Es ist immer das Weibchen, das zur Paarung auffordert. Mit leisen Zärtlichkeitslauten wie »Die-die-die« lockt es sein Männchen und duckt sich mit zitternden Flügeln und pendelnden Körperbewegungen zur Begattung nieder. Mit gesträubtem Bauchgefieder und erhobenem Schnabel sitzt das Männchen auf. Flügelschlagend hält es sein Gleichgewicht und führt die Begattung aus. Hierbei kann einer der Partner oder auch beide Nistmaterial im Schnabel haben. Die Begattung findet meistens in den frühen Morgenstunden statt, seltener über den Tag verteilt. Sie können mehrmals hintereinander erfolgen. Sexuell stark erregte Gimpel können – besonders zu fortgeschrittener Jahreszeit – auf alle einleitenden Handlungen verzichten und sofort zur Begattung kommen. Dann wird aber meistens das Zärtlichkeitsfüttern nachgeholt.

Nestbau

Das Paar fliegt gemeinsam in der Voliere auf Nistplatzsuche. Sieht das Männchen einen besonders günstigen Platz, dann setzt es sich dort nieder und lässt seinen leisen Nestlockruf »Chruiehr« hören. Ist das  Weibchen mit dem Platz einverstanden, beginnt es mit dem Nestbau, ansonsten geht die Suche weiter. Meistens wurde der  Nistplatz in einer dichten Fichte oder auf einem Sabel´schen Nistklotz zwischen den aufgesteckten Zweigen der Rückwand ausgesucht. Die Höhe schwankte zwischen 120-180 Zentimeter. Für den Bau ist nur das Weibchen zuständig. Es wird aber hierbei vom Männchen begleitet, welches zwar ab und zu einen Halm im Schnabel hält, ihn aber nach kurzer Zeit wieder fallen lässt. Das Nest besteht aus zwei Hauptteilen. Es wird aus feinen, trockenen Fichtenreisern eine Art Fundament gebaut. Hierauf folgt der Bau des eigentlichen Nestes, eigentlich nur ein Ring aus Krautstengeln, Würzelchen und Halmen. Sehr oft werden auch Kokosfasern, seltener Scharpie oder Moos verbaut. Gerne wurden bei mir auch Kaninchenhaare zur Auspolsterung genommen. Die Bauzeit lag je nach den örtlichen Gegebenheiten meistens bei knapp einer Woche. Insgesamt sieht ein Gimpelnest wie ein zu klein geratenes Kernbeißernest aus.
Begattungen fanden während der ganzen Nestbauzeit statt. Ebenso erfolgten regelmäßige Fütterungen vom Männchen aus.

Ei - Gelege

Die Eiablage findet täglich in den frühen Morgenstunden statt. Ein Gelege besteht in der Regel aus 5 ovalen Eiern. Foto: © Schreurs / Eier des GimpelSie sind auf hellblauem bis blaugrünlichem, bisweilen auch trüb bläulichem Grund sparsam zum stumpfen Pol hin mit tief purpurbraunen bis fast schwarzen Flecken versehen. Ihre Größe richtet sich nach der jeweiligen Unterart, zeigt aber keine großen Unterschiede. Brutbeginn ist nach Ablage des vorletzten oder letzten Eies. Das Weibchen brütet allein und zwar 13 - 14 Tage. Regelmäßig wird es vom Männchen mit Futter versorgt. Meistens geschieht dieses auf dem Nest, seltener wird es außerhalb des Nestes gefüttert, nachdem es auf den Lockruf des Männchens hin diesem entgegen fliegt. Hauptsächlich verlässt das Weibchen aber nur das Nest, um seine Notdurft zu verrichten oder um ein bisschen Gefiederpflege zu betreiben.

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