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Weniger Arten halten und sich mehr mit ihnen beschäftigen, bringt mehr Erfolg.
Meine Volieren haben eine Größe von 2 x 1 x 2 m und sind ganz mit durchsichtigem Kunststoff überdacht. Die Wetterseiten sind, um Witterungsunbilden fernzuhalten, verkleidet. Empfehlenswert ist auch ein angegliederter Schutzraum, in dem die Gimpel im Winter Futter und Wasser frostfrei aufnehmen können. Gerade die kalte Überwinterung ist für die Zucht besonders förderlich. An Pflanzen stehen in der Voliere Holunder und Fichten. Da Gimpel alle lebenden Pflanzen zerbeißen, der Holunder treibt ja stetig neu aus, ist die Fichte regelmäßig zu erneuern. Es reicht auch wenn eine Douglastanne in einer Ecke festgebunden wird; sie behält ja ihre Nadeln. Die Rückseite ist mit Kiefern- und Douglaszweigen besteckt, worin Sabel´sche Nistklötze befestigt sind. Wer übrigens keine lebenden Pflanzen einbringen kann, der braucht die Volierenwände nur mit Zweigen zu bestecken. Den Gimpeln macht das nichts aus, nur fehlt ihnen dann ein Teil der so gern von ihnen gefressenen Knospen und Triebe. Der Boden wird von mir mit einer Schicht Fichtennadeln bestreut. Sie saugen besonders im Sommer um die Badeschale herum die Feuchtigkeit auf.

Paarzusammenstellung

Nach der Brutzeit kommen alle Gimpel, ob jung oder alt, in den Flug. Das heißt, von vier Volieren werden die Durchflüge geöffnet, so dass insgesamt eine Fläche von 4 x 2 x 2 m zur Verfügung steht. Alle Gimpel sind mit Farbringen versehen. Nun sollte man folgende Grundsätze beachten:

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Nur gesunde Vögel gleicher Unterart für die Zucht verwenden.

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Bei willkürlich zusammengestellten Paaren kann es zur Unverträglichkeit kommen,  deshalb nur selbstgefundene Paare zur Zucht verwenden.

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Sehr wichtig, Zuchtpaare bleiben beieinander, denn Gimpelpaare leben in Dauerehe und nur wenn einer stirbt, wird eine neue Bindung eingegangen. Selbst im großen Flug während des Herbstes und im Winter halten sie Kontakt miteinander. Bei ihnen fällt im Frühjahr die Balz nicht mehr mit der Paarbildung zusammen, sondern mit großem Berühren der Schnäbel wird der Schnabelflirt oder meistens schon das Zärtlichkeitsfüttern ausgelöst.

Paarbildung: Bei den jungen Gimpeln im Flug setzt nach der Mauser ein Ritual ein, welches für die Paarbildung ausschlaggebend ist. Treffen zwei unbekannte Gimpel verschiedenen Geschlechts aufeinander, so fliegt das Weibchen mit drohend aufgeplustertem Bauchgefieder und aufgerissenem Schnabel unter heiseren »Chuäh-Rufen« auf das Männchen zu. Der erwählte Liebhaber weicht bei Interesse vorsichtig zurück, ansonsten würde er schleunigst wegfliegen. So aber hält er die Stellung und versucht seinerseits mit aufgeblähtem Bauchgefieder und mit zum Weibchen hingedrehten Schwanz den Abstand zu verkürzen, bis das Weibchen die Feindseligkeit einstellt.
Bleibt das Männchen statt zu imponieren eingeschüchtert sitzen oder zeigt es kein Interesse, dann gibt es unter »Chier-chier-Rufen« Prügel bis zur Erschöpfung. Da aber Gimpelmännchen eine Hemmung haben Weibchen anzugreifen, bleibt dem Männchen nur die Flucht oder bei Meinungsänderung das Imponieren. Hier hat es schon des öfteren tote Männchen gegeben.

Schnabelflirt: Das Männchen läuft also in Imponierpose auf das Weibchen zu, berührt dessen Schnabel, wendet sich schnell von ihm weg und hüpft zur Seite. Antwortet dieses mit derselben Geste, so werden beide nicht müde dieses Spiel zu wiederholen. Zwischendurch fliegt einer kurz weg, kehrt aber sofort zurück um mit dem Flirt fortzufahren. Sobald sich die Beiden füreinander entschieden haben, kommt es zum Zärtlichkeitsfüttern.
Die alten Paare und die so neugefundenen Paare sollten jetzt paarweise in die Zuchtvolieren eingesetzt werden.

Zärtlichkeitsfüttern

Das Weibchen bettelt das Männchen wie ein Jungvogel (Infantilismus) an, es macht sich klein und sperrt von unten her mit zitternden Flügeln, während das Männchen sich groß macht und von oben her aus dem Kropf füttert. Da das »Zärtlichkeitsfüttern« das Vorrecht des Ranghöchsten ist, kann das Männchen unter keinen Umständen darauf verzichten. Sollte es krank oder verletzt werden, so übernimmt das Weibchen diese Position solange, bis das Männchen wieder gesund ist. In der freien Natur aber kommt dieses kaum vor.

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