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Teil 5
Weniger Arten halten und sich mehr mit
ihnen beschäftigen, bringt mehr Erfolg.
Meine Volieren haben eine Größe von 2 x 1 x 2 m und sind ganz mit
durchsichtigem Kunststoff überdacht. Die Wetterseiten sind, um
Witterungsunbilden fernzuhalten, verkleidet. Empfehlenswert ist auch ein
angegliederter Schutzraum, in dem die Gimpel im Winter Futter und Wasser
frostfrei aufnehmen können. Gerade die kalte Überwinterung ist für die
Zucht besonders förderlich. An Pflanzen stehen in der Voliere Holunder
und Fichten. Da Gimpel alle lebenden Pflanzen zerbeißen, der Holunder
treibt ja stetig neu aus, ist die Fichte regelmäßig zu erneuern. Es
reicht auch wenn eine Douglastanne in einer Ecke festgebunden wird; sie
behält ja ihre Nadeln. Die Rückseite ist mit Kiefern- und Douglaszweigen
besteckt, worin Sabel´sche Nistklötze befestigt sind. Wer übrigens keine
lebenden Pflanzen einbringen kann, der braucht die Volierenwände nur mit
Zweigen zu bestecken. Den Gimpeln macht das nichts aus, nur fehlt ihnen
dann ein Teil der so gern von ihnen gefressenen Knospen und Triebe. Der
Boden wird von mir mit einer Schicht Fichtennadeln bestreut. Sie saugen
besonders im Sommer um die Badeschale herum die Feuchtigkeit auf.
Nach der Brutzeit kommen alle
Gimpel, ob jung oder alt, in den Flug. Das heißt, von vier Volieren werden
die Durchflüge geöffnet, so dass insgesamt eine Fläche von 4 x 2 x 2 m zur
Verfügung steht. Alle Gimpel sind mit Farbringen versehen. Nun sollte man
folgende Grundsätze beachten:
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Nur gesunde Vögel
gleicher Unterart für die Zucht verwenden. |
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Bei willkürlich
zusammengestellten Paaren kann es zur Unverträglichkeit kommen, deshalb
nur selbstgefundene Paare zur Zucht verwenden. |
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Sehr wichtig, Zuchtpaare
bleiben beieinander, denn Gimpelpaare leben in Dauerehe und nur wenn
einer stirbt, wird eine neue Bindung eingegangen. Selbst im großen Flug
während des Herbstes und im Winter halten sie Kontakt miteinander. Bei
ihnen fällt im Frühjahr die Balz nicht mehr mit der Paarbildung
zusammen, sondern mit großem Berühren der Schnäbel wird der
Schnabelflirt oder meistens schon das Zärtlichkeitsfüttern ausgelöst. |
Paarbildung: Bei den
jungen Gimpeln im Flug setzt nach der Mauser ein Ritual ein, welches für die
Paarbildung ausschlaggebend ist. Treffen zwei unbekannte Gimpel
verschiedenen Geschlechts aufeinander, so fliegt das Weibchen mit drohend
aufgeplustertem Bauchgefieder und aufgerissenem Schnabel unter heiseren »Chuäh-Rufen«
auf das Männchen zu. Der erwählte Liebhaber weicht bei Interesse vorsichtig
zurück, ansonsten würde er schleunigst wegfliegen. So aber hält er die
Stellung und versucht seinerseits mit aufgeblähtem Bauchgefieder und mit zum
Weibchen hingedrehten Schwanz den Abstand zu verkürzen, bis das Weibchen die
Feindseligkeit einstellt.
Bleibt das Männchen statt zu imponieren eingeschüchtert sitzen oder zeigt es
kein Interesse, dann gibt es unter »Chier-chier-Rufen« Prügel bis zur
Erschöpfung. Da aber Gimpelmännchen eine Hemmung haben Weibchen anzugreifen,
bleibt dem Männchen nur die Flucht oder bei Meinungsänderung das Imponieren.
Hier hat es schon des öfteren tote Männchen gegeben.
Schnabelflirt: Das
Männchen läuft also in Imponierpose auf das Weibchen zu, berührt dessen
Schnabel, wendet sich schnell von ihm weg und hüpft zur Seite. Antwortet
dieses mit derselben Geste, so werden beide nicht müde dieses Spiel zu
wiederholen. Zwischendurch fliegt einer kurz weg, kehrt aber sofort zurück
um mit dem Flirt fortzufahren. Sobald sich die Beiden füreinander
entschieden haben, kommt es zum Zärtlichkeitsfüttern.
Die alten Paare und die so neugefundenen Paare sollten jetzt paarweise in
die Zuchtvolieren eingesetzt werden.
Das Weibchen bettelt das
Männchen wie ein Jungvogel (Infantilismus) an, es macht sich klein und
sperrt von unten her mit zitternden Flügeln, während das Männchen sich groß
macht und von oben her aus dem Kropf füttert. Da das »Zärtlichkeitsfüttern«
das Vorrecht des Ranghöchsten ist, kann das Männchen unter keinen Umständen
darauf verzichten. Sollte es krank oder verletzt werden, so übernimmt das
Weibchen diese Position solange, bis das Männchen wieder gesund ist. In der
freien Natur aber kommt dieses kaum vor.
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