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Stimme

Noch vor vier bis fünf Generationen fehlte der Gimpel in keiner Handwerksstube. Von Spezialisten besonders aus Thüringen wurden sie abgerichtet Lieder zu pfeifen. Als besonders lernfähig galten kleine Gimpel, also von der Unterart coccinea. Vor dem Ausfliegen aus dem Nest geholt, wurde ihnen mehrmals am Tage das zu erlernende Lied stückchenweise vorgepfiffen. Immer dann, wenn sie ein Stückchen konnten, wurde ein neues Teilstück vorgepfiffen, bis das Lied komplett war. Es soll Gimpel gegeben haben, die bis zu drei Lieder beherrschten.
Gesang: Der Gesang des Gimpels wird unter Schwanzzucken vorgetragen und spielt bei der Reviermarkierung keine Rolle. Deshalb ist er auch nur leise. Er besteht aus pfeifenden Tönen, welche mit knarrenden und krächzenden Lauten unterbrochen werden, und wirkt schwermütig. Bei europaea und coccinea wird er fließend vorgetragen, während bei der Nominatform pyrrhula die Töne durch Pausen unterbrochen werden. Des weiteren singt pyrrhula deutlich tiefer als die beiden Vorgenannten.
Außerhalb der Fortpflanzungszeit, so von September bis Ende Februar singen auch die Weibchen ebenso laut und anhaltend wie die Männchen. Mit Beginn der Paarungszeit stellen sie den Gesang ein. Wird ein junger Gimpel, in der Umgebung von anderen Arten gehalten, zum Beispiel einem Kanarienmännchen, kann es durchaus sein, dass er Gesangsteile von diesem übernimmt,
Rufe: Der Lockruf, ein weiches, klagendes »Djü« oder »Diü«, ist vor allem außerhalb der Brutzeit häufig und relativ weit zu hören. Ihn hört man besonders von nahrungssuchenden Gimpelschwärmen im Herbst und Winter. In der Brutzeit gilt der Lockruf immer dem Partner und sie erkennen sich auch persönlich daran. Dagegen ist der Stimmfühlungslaut, ein leises »Bit-bit« nur aus der Nähe wahrnehmbar. Das Weibchen gibt seinen Begattungswunsch mit leisem »Die-die-die« bekannt. Beim Abflug ist ein leises »Düt« oder »Büt« zu hören. Als Erregungsruf lassen Gimpel ein »Dü-dü« hören, während der Angstschrei ein »Chrüääh« ist. Aggressionsruf ist ein wiederholtes »Chier-chier«, welches laut und gequetscht klingt. Als Nestlockruf ist vom Männchen ein leises »Chruier« zu hören, wenn es dem Weibchen einen eventuellen Nistplatz zeigt. Geschlüpfte Jungvögel lassen ein leises »Di-di-di« hören, welches sich ab dem 5. Lebenstag in ein »Dsrieh-dsrieh« ändert und dann allmählich in den lauten Bettelruf, ein gedehntes »Dü-i-eh« übergeht. Sind sie satt, so ist ein leises »Rr-rr« zu hören. Jungvögel geben, wenn sie ausgeflogen sind, als Standortruf in regelmäßigen Abständen ein »Diel-diel« von sich. Mit der Selbstständigkeit verliert er sich. Die Jungen werden in den ersten Tagen vom Weibchen mit einem tiefen »Uuh« zum Sperren aufgefordert.
Instrumentallaute: Beim Abflug ist ein burrendes Flügelgeräusch zu hören und weiterhin beim Öffnen von hartkernigen Früchten, zum Beispiel Ilex oder Feuerdorn, ein knackendes Geräusch.

Hinweis

Es sind unbedingt zu beachten: „Verordnung zum Schutz wildlebender Tier- und Pflanzenarten“  (Bundesartenschutzverordnung BartSchV)

Unterbringung

Gimpel lassen sich bei artgerechter Fütterung sowohl im Käfig als auch in der Voliere züchten. Seine schöne Färbung, seine Vertrautheit dem Pfleger gegenüber und seine Verträglichkeit gegenüber anderen Vogelarten machen ihn zum idealen Volierenvogel. Gut lässt er sich mit Birken- und Erlenzeisig, Hänfling, Grünling und Girlitz vergesellschaften. Dagegen ist die Zusammenbringung mit Buchfink, Goldammer, Karmingimpel und besonders mit dem Stieglitz unbedingt zu vermeiden. Nur bei einer Alleinhaltung ist sicher mit einer Zucht zu rechnen, da Störungen durch andere Vögel vermieden werden. Da Gimpel wenig zur Nestverteidigung unternehmen, spielt aber auch die Größe und die Bepflanzung der Voliere eine große Rolle.

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