|
Die zahlreichen Unterarten
teilen sich das große Verbreitungsgebiet wie folgt auf:
-
murina: Lebt
völlig isoliert auf der Insel Sáo Miguel (Azoren). Da er sehr selten
ist, galt er zeitweilig schon als ausgestorben.
-
pileata: Bewohnt
die Britischen Inseln.
-
europaea: Ist
auf dem europäischen Festland von Dänemark und den Gebieten einer
von der unteren Oder durch das nördliche Niedersachsen bis zum
Rhein-Main-Dreieck verlaufenden Linie einschließlich Niederlande,
Belgien und östliches Frankreich sesshaft.
-
iberiae:
Besiedelt die nördliche Iberische Halbinsel mit den Pyrenäen.
-
coccinea: resp.
germanica: Mitteleuropa, südlich an das Gebiet von europaea.
-
pyrrhula: Lebt
von Skandinavien über Osteuropa und das gesamte nördliche und mittlere
Sibirien bis zum südlichen Ochotskischen Meer.
-
rossikowi: Das
nördliche Kleinasien, der Kaukasus und Transkaukasien ist seine Heimat.
-
caspica: Die
südlich und östlich an das Kaspische Meer grenzenden Gebiete werden
von ihm bewohnt.
-
cassini: Kommt
vor auf Kamtschatka, den nördlichen Kurilen und im Küstenbereich
des nördlichen Ochotskischen Meeres.
-
cineracea: Ist
anzutreffen im Süden Sibiriens, vom Altai bis Transbaikalien mit den
Gebirgen der nördlichen Mongolei. Teilweise treten Überschneidungen mit
pyrrhula auf.
-
kurilensis: Ist
im Fernen Osten auf den zentralen und südlichen Kurilen beheimatet.
-
griseiventris:
Ist auf Hokkaido, Honshu (Nord-Japan), auf Sachalin und im
Armur-Ussuri-Gebiet (UdSSR und auch im äußersten Nordosten Chinas)
zufinden.
So leben in Deutschland drei
geographischen Unterarten: Pyrrhula pyrrhula pyrrhula in
Norddeutschland, Pyrrhula pyrrhula europaea in Westdeutschland und
Pyrrhula pyrrhula coccinea resp. Pyrrhula pyrrhula germanica,
die Mischform, in Mittel- und Süddeutschland.
Die bei uns lebenden Populationen sind zum größten Teil Standvögel, die
dagegen im Norden brütende Nominatform überwintert in Mitteleuropa und zieht
in kleinen Trupps umher. Sie sind in den Wintermonaten auch Besucher der
Futterhäuschen in den Ortschaften und den Park- und Friedhofanlagen der
Städte.
Der Gimpel ist sowohl im
Flachland als auch im Gebirge bis zu 2000 Meter über dem Meeresspiegel zu
Hause. Einst ein Vogel der Nadelwälder und hier hauptsächlich von
Fichtenschonungen, ist er besonders in Westdeutschland auch in lichten
Mischwäldern mit geringem Nadelholzanteil und Unterwuchs anzutreffen. Ebenso
sucht er Ränder von Lichtungen, Kahlschlägen, Wegen und Schneisen auf. Auch
ist er im parkähnlichen Gelände und Gärten zu finden. Voraussetzung ist aber
immer, dass sich hier Nadelholzbäume, hauptsächlich aber Fichten, befinden.
Im letzten Jahrzehnt sah es so aus, als wenn er in neue Lebensräume wie
Friedhöfe oder Biotope, welche mit Birken und dichtem Gebüsch bewachsen
sind, einziehen wollte. Seit 1995 scheint er besonders hier im Westerwald,
wo er sonst regelmäßig anzutreffen war, sehr rar geworden zu sein. Vor
meinem Haus hatte ich eine 12 m lange und 2 – 4 m hohe Feuerdornhecke,
welche Jahr für Jahr mit ihren roten Beeren besonders die Gimpel angelockt
hat. Aber wer holt die Beeren? Amseln, Wacholder- und Singdrosseln und das
in hoher Zahl. Ganz selten war ein Grünfink oder ein Buchfink zu sehen und
obwohl der Herbst ja zeitig und stürmisch kommt, sind keine Gimpel mehr zu
sehen. Auch an den Futterstellen im Wald war kein Gimpel zu beobachten.
Gerne hält er sich auch im Frühjahr in Obstplantagen oder Streuobstwiesen
auf, wo er sich an den schwellenden Knospen gütlich tut.

|