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Verbreitung der Unterarten

Die zahlreichen Unterarten teilen sich das große  Verbreitungsgebiet wie folgt auf:

  1. murina: Lebt völlig isoliert auf der Insel Sáo Miguel (Azoren). Da er sehr selten ist, galt er zeitweilig schon als ausgestorben.

  2. pileata: Bewohnt die Britischen Inseln.

  3. europaea:  Ist auf dem europäischen Festland von Dänemark und den Gebieten einer  von der unteren Oder durch das nördliche Niedersachsen bis zum Rhein-Main-Dreieck verlaufenden Linie einschließlich Niederlande, Belgien und östliches Frankreich sesshaft.

  4. iberiae: Besiedelt die nördliche Iberische Halbinsel mit den Pyrenäen.

  5. coccinea: resp. germanica: Mitteleuropa, südlich an das Gebiet von europaea.

  6. pyrrhula: Lebt von Skandinavien über Osteuropa und das gesamte nördliche und mittlere Sibirien bis zum südlichen Ochotskischen Meer.

  7. rossikowi: Das nördliche Kleinasien, der Kaukasus und Transkaukasien ist seine Heimat.

  8. caspica: Die südlich und östlich an das Kaspische Meer grenzenden Gebiete werden von ihm bewohnt.

  9. cassini: Kommt vor auf Kamtschatka, den nördlichen Kurilen und im Küstenbereich des nördlichen Ochotskischen Meeres.

  10. cineracea: Ist anzutreffen im Süden Sibiriens, vom Altai bis Transbaikalien mit den Gebirgen der nördlichen Mongolei. Teilweise treten Überschneidungen mit pyrrhula auf.

  11. kurilensis: Ist im Fernen Osten auf den zentralen und südlichen Kurilen beheimatet.

  12. griseiventris: Ist auf Hokkaido, Honshu (Nord-Japan), auf Sachalin und im Armur-Ussuri-Gebiet (UdSSR und auch im äußersten Nordosten Chinas) zufinden.

So leben in Deutschland drei geographischen Unterarten: Pyrrhula pyrrhula pyrrhula in Norddeutschland,  Pyrrhula pyrrhula europaea in Westdeutschland und Pyrrhula pyrrhula coccinea resp. Pyrrhula pyrrhula germanica, die Mischform, in Mittel- und Süddeutschland.
Die bei uns lebenden Populationen sind zum größten Teil Standvögel, die dagegen im Norden brütende Nominatform überwintert in Mitteleuropa und zieht in kleinen Trupps umher. Sie sind in den Wintermonaten auch Besucher der Futterhäuschen in den Ortschaften und den Park- und Friedhofanlagen der Städte.

Lebensraum

Der Gimpel ist sowohl im Flachland als auch im Gebirge bis zu 2000 Meter über dem Meeresspiegel zu Hause. Einst ein Vogel der Nadelwälder und hier hauptsächlich von Fichtenschonungen, ist er besonders in Westdeutschland auch in lichten Mischwäldern mit geringem Nadelholzanteil und Unterwuchs anzutreffen. Ebenso sucht er Ränder von Lichtungen, Kahlschlägen, Wegen und Schneisen auf. Auch ist er im parkähnlichen Gelände und Gärten zu finden. Voraussetzung ist aber immer, dass sich hier Nadelholzbäume, hauptsächlich aber Fichten, befinden. Im letzten Jahrzehnt sah es so aus, als wenn er in neue Lebensräume wie Friedhöfe oder Biotope, welche mit Birken und dichtem Gebüsch bewachsen sind, einziehen wollte. Seit 1995 scheint er besonders hier im Westerwald, wo er sonst regelmäßig anzutreffen war, sehr rar geworden zu sein. Vor meinem Haus hatte ich eine 12 m lange und 2 – 4 m hohe Feuerdornhecke, welche Jahr für Jahr mit ihren roten Beeren besonders die Gimpel angelockt hat. Aber wer holt die Beeren? Amseln, Wacholder- und Singdrosseln und das in hoher Zahl. Ganz selten war ein Grünfink oder ein Buchfink zu sehen und obwohl der Herbst ja zeitig und stürmisch kommt, sind keine Gimpel mehr zu sehen. Auch an den Futterstellen im Wald war kein Gimpel zu beobachten. Gerne hält er sich auch im Frühjahr in Obstplantagen oder Streuobstwiesen auf, wo er sich an den schwellenden Knospen gütlich tut.

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