Eisvogel mit seinem Fang, einen Stichling / Foto: © Günter Hahn

           
           
Fotos: © Günter Hahn
Das prachtvolle leuchtendblaue Gefieder schimmert smaragdgrün; einen schönen Kontrast bietet dazu die rostrote Unterseite.

Allgemeines

Über den Eisvogel erzählte man schon im Altertum Legenden. So glaubte man, die Götter hätten das unglückliche Mädchen Alcyone in einen Eisvogel verwandelt, weil es sich aus Gram um den verlorenen Geliebten ertränkt hatte. Sie hielten das  Meer ruhig um den Eisvogel den Bau eines Nestes im Meer zu ermöglichen. Die alten Griechen nannten dann diese ruhige Zeit: „Tage des Eisvogels.“ Der Ursprung des Namens Eisvogel ist nicht mehr genau festzustellen. Vermutet wird aber, dass er auf die hellblau schimmernde Farbe des Eies oder auf die eisenblaue Färbung des Gefieders zurückzuführen ist. Durch Lichtbrechung entsteht die Blaufärbung in den Strukturen der Federn. Häufig wird er auch noch als „Königsfischer“ bezeichnet.
Fast jeder kennt ihn, diesen farbenprächtigen, exotisch wirkenden heimischen Eisvogel. Publik wurde er oft genug in Filmen, Büchern und Zeitschriften gemacht. Aber die wenigsten haben ihn schon in der freien Natur beobachtet. Trotz seiner Anstrengungen, er brütet meistens 2 bis 3 x im Jahr wird er immer seltener.

Systematik

Unser Eisvogel (Alcedo atthis) ist der einzige europäische Vertreter von insgesamt 91 Arten der umfassenden Familie der Eisvögel (Alcedinidae), welche vorwiegend in den tropischen Gefilden zu finden sind. Nur so ist sein farbenprächtiges und kaum in unsere Landschaft passende Wesen zu erklären. In seinem großen Verbreitungsgebiet hat er 5 bis 7 Unterarten gebildet. In Mitteleuropa wird er von Alcedo atthis ispida vertreten, ist aber unregelmäßig verbreitet.

Kennzeichen

Meist wird vermutet, dass er größer ist als in Wirklichkeit, da Bilder seine Proportionen kaum richtig vermitteln können. Seine Körpergröße von 16,5 bis 18,5 Zentimeter geht nur etwas über die Größe einer Goldammer hinaus. Sein gedrungenes und kräftiges Aussehen infolge des übergroßen Kopfes und des langen Schnabels verbunden mit dem kurzen Schwanz täuschen. In Gestalt, Farbe und Lebensweise ist er mit keinem europäischen Vogel zu verwechseln. Im Gegenteil, die meisten Menschen halten ihn wegen seiner Farbe für einen tropischen Vogel. Das ist gar nicht so abwegig den alle an die 90 Eisvogelarten sind in wärmeren Gegenden beheimatet. Das Männchen erkennt man am einheitlich dunklem Schnabel, das Weibchen am rotem Oberschnabel und orangerotem Unterschnabel. Das Gefieder des Jungvogels ist weniger metallisch und matter als beim Altvogel. Schnabel und Füße sind schwarz. Als charakteristisches Merkmal ist noch zu erwähnen, dass die Vorderzehen zu einem Drittel zusammengewachsen sind. Der Nestling ist nackt. Er hat einen fleischfarbenen Rachen mit bläulichrosaen Wülsten.

Verbreitung -  Lebensraum

Er lebt in ganz Europa mit Ausnahme der nördlichsten Gebiete. In Skandinavien bewohnt er nur den südlichen Teil. Wo die Gewässer seines Brutgebietes zufrieren, zieht er in mildere Gegenden. Folgende Voraussetzungen für die Besiedlung seines Reviers müssen bestehen:

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