
Dodo. Zeichnung: © Angelika Bornstein
Vögel aus fremden und
heißen Ländern erwecken allein schon durch das Ansehen ihrer leuchtenden
Farbe, wie auch ihrer Gestalt, wenn sie uns normal erscheinen unser
Wohlwollen. Sind sie aber hässlich oder sehen auch noch anders aus als wir
es gewohnt sind und sind auch noch gruselige Geschichten über sie im Umlauf,
so haben sie unsere Anteilnahme und unser Mitgefühl.
Weit draußen im Indischen Ozean und Hunderte von Kilometern östlich von
Madagaskar liegt eine Inselgruppe, die Maskarenen genannt wird. Sie wurde
Anfang des 15. Jahrhunderts von portugiesischen Seefahrern unter Leitung von
Pedro de Macarenhas entdeckt. Es wird auch behauptet, dass die Araber
bereits im 10. Jahrhundert dort gelandet sind.
Diese Inselgruppe besteht aus 3 kleinen Inseln mit Namen und einer Größe
von
Insel Réunion mit 2511 qkm,
Insel Mauritius mit 1865
qkm und
Insel Rodriguez (Maskarenen)
mit 109 qkm.
Bis zum Zeitpunkt ihrer
Entdeckung waren sie noch nicht bewohnt. Die Inseln bestehen aus
vulkanischen Boden und durch die reichlichen Niederschläge sind sie mit
dichten, tropischen Urwald bedeckt. Dieser musste Platz machen für die
großen folgenden und kultivierten Plantagen. Bei ihrer Entdeckung war aber
hier ein reiches und eigenartiges Tierleben vorhanden. Raubtiere gab es hier
nicht, dafür aber eine reichhaltige Auswahl an Vögeln, welche noch nie
Menschen gesehen hatten und diesem gegenüber keine Scheu zeigten.
Die Seefahrerei war damals mehr eine Strafe als ein Abenteuer. Die
Besatzungen waren Monate, zum Teil sogar Jahre unterwegs ohne an Land zu
gehen. Der Zwieback war nach wenigen Monaten das einzigste Nahrungsmittel
auf dem Schiff und als Abwechslung wurden die fetten Maden angesehen die im
Zwieback lebten. Zu dieser Zeit wurde alles andere und essbare als
willkommende Abwechslung begrüßt. Was sie dann auf den Inseln inmitten des
Indischen Ozeans vorfanden waren zwar merkwürdige Vögel, sie schmeckten
aber gut. Sie sahen aus wie riesige Tauben, waren so groß wie Truthähne und
konnten wegen ihrer Plumpheit nicht richtig fliegen und selbst beim Laufen
stellten sich Schwierigkeiten ein. Man konnte diese Vögel einfach packen und
verladen ob tot oder lebendig spielte keine Rolle. In der Folge legten die
Schiffe der Ostindienfahrer hier an, wo ja eine Menge von Vögeln leichte
Beute versprach.
Mit den Schiffen kamen die
gefräßigen Ratten an Land. Sie konnten sich ohne Feinde immer weiter
vermehren. Dann richteten die Holländer im Jahre 1598 Strafkolonien und
Siedlungen auf den Inseln ein, in dessen Gefolge Schweine, Hunde und andere
Haustiere in die Wälder gelangten, die nicht weniger eifrig waren als die
Menschen, wenn es darum ging, Eier und Jungtiere der Dronten zu vernichten.
Als dann im 18. Jahrhundert die Wälder durch Feuer und Abholzung
verschwanden um für Tee- und Zuckerpflanzungen Platz zu machen, war das
Schicksal allein von 24 Waldvogelarten besiegelt. Als erste verschwanden,
wie sollte es anders sein, die Dronte auf Mauritius. Mit vereinten Kräften
hatten Mensch und seine Haustiere es dann auch bis zum Ende des 17.
Jahrhunderts geschafft: die Dronte war für immer ausgerottet. Es folgten so
um 1800 herum der Einsiedler von Rodriguez, der von Réunion um 1746
vernichtet worden ist.
Viele Vogelforscher und
Systematiker haben versucht die Drontenvögel in das System
einzuordnen. Wenn der eine sie bei den Straußenvögeln stellte, war der
andere bereit sie zu den Pinguinen oder zu den Raubvögeln in der Nähe von
Geiern einzuordnen. Meist werden sie als »Riesentauben« zu den Taubenvögeln
gezählt, aber auch mit den Stelzenläufern sollen sie verwandt sein. Von
einem naturalisierten Dodo wurden Proben für eine Untersuchung entnommen.
Seine Analyse hat davon die Verwandtschaft mit den Tauben, den Ständern und
dem Solitär bestätigt. (Nach Wissenschaften und Leben Nr. 106 Mai 2002 Seite
12)
WOLTERS stellt die Drontenvögel zu den Taubenvögeln. Der Einsiedler
(Pezophaps solitarius) von Rodriguez wie auch ihre nah
verwandten Arten, die Dronte (Raphus cucullatus) von Mauritius
und der Sekretär bzw. Réunion-Dronte (Raphus
solitarius) von Réunion wurden auf die Gattungen Pezophaps und
Raphus verteilt, welche zur Familie Dronten Raphidae gehören.
Die eigentümlichen Vögel stammen von flugfähigen
Vorfahren ab, welche die Inselgruppe
Maskarenen einst vom
Festland aus besiedelten. Auf den kleinen Inseln bildeten sich Flügel und
Muskeln während der Lebensanpassung stark zurück, so das sie ihre
Flugfähigkeit verloren. Deshalb bildeten sich die Federn bis auf wenige
zurück und überzogen den Körper locker mit kurzen Dunen. Der Schwanz wurde
mit wenigen Federn kurz angedeutet. Ihr Gewicht soll zwischen 20 – 25 kg
gelegen haben. Die Größe dieser Vögel kann mit einem Truthahn verglichen
werden. Sie sollen nicht so fett und pummelig gewesen sein, wie wir es von
seinen Abbildungen her kennen.
Die Männchen sollten beträchtlich größer gewesen sein als die Weibchen.
1. Dronte - E. : Dodo:
Ihr Kleid zeigte ein verschlissenes Grau bis bräunlich während ihre
verkümmerten Flügel gelblich waren. Für die stämmigen, mit 4 Zehen
bestückten Beine wurden wie für den mächtigen mit tiefen Spalten versehenen
Hakenschnabel anschließend die nackte Gesichtsmaske Farben von hellgrau bis
gelblich angegeben. Die verkümmerten Schwanzfedern waren ebenfalls gräulich.
Da er keine Feinde kannte, hatte er auch nie gelernt zu fliehen und wurde
deshalb für einfältig und von Natur aus dumm beschrieben.
2. Réunion-Dronte auch
Réunion-Einsiedler genannt - E.: White Dodo:
Sein Vorhandensein wird zum Teil immer noch als 3. Drontenart
angezweifelt. Nach einer Beschreibung von 1669 war das Kleid des Vogels
weißlich und Flügelstummel wie auch die verkümmerten Schwanzfedern schwarz.
Der Hals sei lang und der schnepfenartige Schnabel aber viel dicker. Diese
Art soll wiederstandsfähiger gewesen sein
3. Einsiedler - E.:
Rodriguez solitaire:
Der Einsiedler bekam seinen Namen weil er fast immer allein angetroffen
wurde. Sein Wuchs war schlanker und höher und sein Schnabel kürzer und
weniger gebogen. Merkwürdig soll der Einsiedler sich benommen haben, wenn er
gefangen wurde. Er hat dabei nicht geschrien, sondern ließ einfach die
Tränen laufen. Hinzu kam noch, dass er jede Nahrung abgelehnt hat und lieber
starb.
Der Gesang der Drontenvögel,
wenn es den überhaupt gab, er wurde nirgendwo festgehalten, ist wohl für
immer verloren. Überhaupt gibt es heutzutage keinen Vogel der sich mit den
Eigenschaften eines Drontenvogels messen kann. So wird es ausdrücklich in
älteren Schriften erwähnt, dass der Dodo beispielsweise seinen Hals
einziehen konnte bis der Kopf darin verschwand. Warum er das gemacht haben
soll stand aber nicht angegeben , hatte er doch keine Feinde vor
denen e seinen Kopf in Sicherheit bringen musste. Es wird auch von
Balztänzen und Kämpfen berichtet, wie beispielsweise bei den Kranichen.
Dafür spricht, dass man an Flügel- und Beinknochen Verdickungen und
ausgeheilte Brüche fand.
Von allen drei Arten der
Drontenvögel wird überliefert, dass sie ja auf den Inseln keine natürlichen
Feinde kannten bevor der Mensch sie entdeckte. Sie lebten deshalb so vor
sich hin. Ihr eigentlicher Lebensraum war ein feuchter und buschreicher
Wald. Da sie Bodenvögel waren die nichts zu fürchten hatten, brauchten sie
ja denn auch keine Verstecke für ihren Brutplatz. Da wo es ihnen gefiel
häuften sie die umherliegenden Pflanzenteile zu einem bis zu 30 cm hohem
Nest. Das Gelege soll aus einem einzigem Ei bestanden haben. Meistens ist
dieser Punkt umschrieben, es wird einfach von Eiern gesprochen. Da aber die
Verwandtschaft mit den Tauben besteht werden es vermutlich höchstens zwei
Eier gewesen sein. Gebrütet sollen beide Partner, also Männchen und
Weibchen. Insgesamt 36 bis 49 Tage. Es ist auch nicht genau abgeklärt ob die
Jungen Nestflüchter oder Nesthocker waren. Da die Erziehung der Jungen
angeblich lange Zeit in Anspruch genommen hat und weil sie ja mit den Tauben
verwandt sind, so ist das letztere wahrscheinlich. Der Franzose LEGUET war
in den 60ziger Jahren auf Rodriguez und brachte in Erfahrung, dass ein
Pärchen Einsiedler keine anderen Artgenossen beim Nest in dem Junge sind
dulden. Sobald Eindringlinge erscheinen werden sie nach dem Geschlechts
verjagt, so jagen Weibchen die Weibchen weg, Männchen die Männchen und
passiert es einmal das ein Männchen mit einem weiblichen Eindringling
konfrontiert wird, so ruft es sofort sein Weibchen, welches dann die fremde
Artgenossin in die Flucht schlägt.
Die Drontenvögel haben sich
wohl von Früchten, Beeren und anderen Pflanzenteilen, welchen sie mit ihrem
kräftigen Schnabel erreichen konnten. Sie konnten auch die sehr harten
Früchte des „Calvaria-Baumes“ auf Mauritius vorverdauen oder anknacken. Denn
nachdem der Dodo verschwunden war, stellte man fest, dass keine Jungpflanzen
wie früher mehr zu finden waren. Als dann nach langer Zeit bei Versuchen mit
Puten festgestellt wurde dass der Keimling nicht durch die Hülle konnte kam
dann auch die Lösung hinterher, man brauchte nur mit einem Nussknacker die
Hülle knacken.
Die Drontenarten, der
Einsiedler, die Réunion-Dronte und der Dodo sind nun schon mehrere
Jahrhunderte ausgestorben, doch eigenartigerweise ist der wohl bekannteste
unter ihnen der „Dodo“ jetzt gegenwärtiger denn je. Dient er doch als
Modell für Skulpturen und Bildern, ist aber auch in Märchen und Erzählungen
als Gast vertreten wie beispielsweise in dem 1865 in London erschienenen
Kinderbuch „Alice im Wunderland“.
Man sollte die Dronte als mahnendes Symbol für einen verantwortungsvollen
Umgang mit der Natur ansehen. Denn gerade heutzutage heißt es mehr und mehr
„Dead as the Dodo – Tod wie die Dronte“.
Das kann evtl. andere
Lebewesen vor dem Aussterben retten, nur der Dronte hilft es nicht mehr das
er im Trend liegt und den Dinosaurieren den Rang abläuft.
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HELLFRISCH; Edgar „Dodo Schreyvogel“ (Internet):
Über die Dronte. |
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LÜTTSCHWAGER, Johannes (1961): Die Drontenvögel,
Neue Brehm Bücherei 276 |
 |
QUAMMEN, D. (2001): Der Gesang des Dodo, Ullstein
Nr. 60040, ISBN: 3 548 600 409 |
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WOLTERS, H. E. (1975-1982): Die Vogelarten der
Erde, Berlin. |
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