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Die Kernbeisser
"Finkenkönige"
 Coccothraustes Coccothraustes (L., 1758)

 


Der Gelbschnabel-Kernbeißer
ist ein Verwandter des
heimischen Kernbeißers.
Die Aufnahme stammt aus der "Datenbank der Vogelwelt"
und wurde freundlicherweise durch Herrn Muth freigegeben.

Allgemeines

Systematik

Verbreitung

Kennzeichen

Feldkennzeichen
Männchen, ad.
Weibchen, ad.
Jugendkleid
Nestling
Kennzeichen der Unterarten
Farbabweichungen


Mauser

Stimme

Rufe
Gesang


Der Kernbeißer in der Natur

Verhalten und Lebensweise

Lebensraum
Morphologische Anpassung
Nahrungserwerb und Nahrung
Tierische Nahrung
Verzeichnis der Futterpflanzen

Brutbiologie
Geschlechtsreife
Brutzeit
Balz, Paarbildung
Revier, Nistweise
Neststandort
Nesthöhe
Nest
Ei und Gelege
Brut, Brutverhalten
Schlüpfen, Aufzucht
Bruterfolg

Krankheiten
Sofortmaßnahmen
Fettleibigkeit

Der Kernbeißer in Menschenobhut
Allgemeines
Unterbringung
Zucht

Ernährung

Literatur:
Literatur-verzeichnis

Kernbeißer / Foto mit freundlicher Genehmigung von Herrn Thomas Kyburz-Boutellier vom Natur- und Vogelschutzverein Gipf-Oberfrick, Schweiz
Kernbeißer. Foto mit freundlicher Genehmigung von Herrn Thomas Kyburz-Boutellier vom Natur- und Vogelschutzverein Gipf-Oberfrick, Schweiz.

Allgemeines

Am häufigsten hört man neben den Namen KERNBEISSER  den Namen KIRSCHKERNBEISSER. Wie bekannt er war, zeigen die vielen volkstümlichen Namen, welche heute nicht mehr gebräuchlich sind, die WÜST (1970) aus dem deutschsprachigen Raum zusammengestellt hat, wovon ein paar hier genannt sind: Kirschfink, Kirschvogel, Kirschenknipper, Kirschbeerfink, Kirschknacker, Steinbeißer, Knospenbeißer. Weitere können bei WÜST nachgelesen werden.
Seine Namen weisen fast alle auf die charakteristischen Eigenschaften dieses Vogels hin: Der große Kegelschnabel mit dem er geschickt die Steine des Steinobstes aus der harten Schale holt. Als »Finkenkönig« bezeichnete man ihn, weil er der Größte und Kräftigste unter den Finkenvögeln ist.

Sein wissenschaftlicher Name "Coccothraustes" setzt sich zusammen aus dem griechischen "kokkos" = der Kern und "thrauein" = zerbrechen, also der Kernzerbrecher.
Im Laufe der Jahrhunderte wurde sein wissenschaftlicher Name geändert. So benutzte LINNAEUS (1758) den Namen Loxia coccothraustes. BRISSON (1760) behielt sich für den Kernbeißer den Gattungsnamen Coccothraustes vor. PALLUS (1811) nannte ihn Coccothraustes vulgaris. Dieser Name hielt sich am längsten und erst im 20. Jahrhundert wurde der heutige Name Coccothraustes coccothraustes festgelegt.

Systematik

Der Kernbeißer gehört zur Familie der Carduelidae, also zu den Gimpeln bzw. Hänflingen. Diese Familie beinhaltet die Grünlinge, die Stieglitze, die Zeisige, die Hänflinge, die Girlitze, die Kreuzschnäbel und die Kernbeißer, also 18 europäische Brutvogelarten. Sie füttern im Gegensatz zu den Edelfinken ihre Jungen aus dem Kropf. Von den 9 Kernbeißerarten

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Maskenkernbeißer

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Schwarzschwanz-Kernbeißer

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Goldkernbeißer

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Gelbschenkel-Kernbeißer

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Wacholderkernbeißer

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Fleckenkernbeißer

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Abendkernbeißer

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Abeillekernbeißer und

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Kernbeißer

ist nur eine Art bei uns ansässig, der KERNBEISSER.

Nach WOLTERS (1975-1983) ergibt sich folgende Einordnung in das zoologische System:

Klasse Aves Vögel
Ordnung Passeriformes Sperlingsvögel
Familie Carduelidae Gimpel (Hänflinge)
Gattung Coccothraustes, Briss., 1760 Kernbeißer
Art Coccothraustes coccothraustes (L., 1758) Kernbeißer oder Kirschkernbeißer
Unterarten

coccothraustes (L.)
buvryi
CABANIS
nigricans
BUTURLIN
humii
SHARPE 
japonicus
TEMM. und SCHLEG

 

Verbreitung

Nach WOLTERS (1975-1982) bewohnt er: "Nord-Afrika (Nord-Tunesien bis Marokko) Süd- und Mitteleuropa (einschließlich England, aber ohne Irland und Süd-Italien) nordwärts bis Süd-Skandinavien; Kleinasien, Kaukasusgebiet und Nord-Iran, Nord-Afghanistan und Turkestan; durch Ost-Europa und Süd-Sibirien bis zum Ussuriland, zur Mandschurei und Nord-Korea; Sachalin, Süd-Kamtschatka, Nord-Japan (Hokkaido, vereinzelt südwärts bis Mittel-Hondo)."

Die mitteleuropäischen Populationen bleiben fast das ganze Jahr über im Lande. Der Kernbeißer ist hier Standvogel, die nördlichen und östlichen dagegen ziehen teilweise südwärts und verbringen den Winter in Mitteleuropa oder im Mittelmeergebiet.

Viele Kernbeißer sind Strichvögel und führen weite teils nahrungsbedingte Wanderungen beginnend im Herbst und endend im Frühjahr durch.

Der Wegzug setzt allmählich ab Juli ein, während er sich im September verstärkt. Der Kernbeißer zieht am Tag, aber auch in der Nacht. Während
beim Wegzug Schwärme zu erkennen sind, findet der Heimzug wenig auffällig Mitte Februar - April statt.

Unterarten sind wie folgt verbreitet:

Coccothraustes coccothraustes coccothraustes (L.): Die Nominatform ist in ganz Europa bis zur nördlichen Verbreitungsgrenze 60. Breitengrad vertreten. Die Länder des nördlichen  Mittelmeeres bilden die südliche Grenze.

Coccothraustes coccothraustes buvryi CABANIS: Nordafrika: Tunesien, Algerien und Nordmarokko.

Coccothraustes coccothraustes nigricans BUTURLIN: Südöstliche europäische UDSSR von der Krim bis zum Kaukasus.

Coccothraustes coccothraustes humii SHARPE: Wahrscheinlich isoliertes Vorkommen in Nord-Indien, in Afghanistan und Pakistan.

Coccothraustes coccothraustes japonicus TEMM. und SCHLEG: Japan, Korea, Nordchina, Ostsibirien. Die genaue Grenze nach Westen ist nicht festgestellt. In den Dörfern Kamtschatkas soll er so häufig sein, wie bei uns der Haussperling.

Nach VAURIE (1959) und HARTERT (1910-1922) bleiben osteuropäische und kaukasische Unterarten zweifelhaft.

Kennzeichen C. c. c.

Feldkennzeichen

Der Kernbeißer ist ein knapp starengroßer, dickköpfiger  Finkenvogel mit kurzen Schwanz und gewaltigen Kegelschnabel. Weiße Flügelbinden. Schneller, leicht bogiger Flug. Macht durch seinen Lockruf , ein scharfes »Zick« auf sich aufmerksam.

Männchen, ad. ( 2. Jahr nach Vollmauser und weitere)

Der Kopf des Kernbeißer-Männchens ist gelb- bis rotbraun. Ein breites graues Nackenband verbindet den Kopf mit dem dunkel-braunen Rücken. Der wenig eingekerbte Schwanz ist schwarz bis grauschwarz  mit weißen Spitzen und zur Mitte hin grau- bis hellbräunlich. Zügel, schmale Schnabeleinfassung und Kehlfleck sind tiefschwarz.

Brust und Bauch sind rötlichbraun - bräunlichweiß. Die Flügel sind blauschwarz und zeigen einen auffallend weißen Schulterfleck, welcher besonders im Flug gut zu sehen ist. Der Bürzel ist gelbbräunlich. Das Auge ist braun. Der Kegelschnabel ist im Sommer blaugrau, im Winter aufhellend von schmutziggrau bis rötlichgelb mit dunkler Spitze. Die Füße sind fleischfarben.

Weibchen, ad. (2. Jahr nach der Vollmauser und weitere)

Kernbeißer-Weibchen wirken in allen Farben matter und diese nicht so scharf abgegrenzt wie beim Männchen. Der Oberkopf ist weniger rotbraun, sondern mit gräulichem Anflug. Der Kehlfleck und die schwarze Umrandung des Schnabels ist meistens kleiner und wirkt verwaschener als beim Männchen. Der  Bürzel ist gelbgrau. Die Brust ist rötlichgrau und der Bauch schmutzigweiß.

Jugendkleid

Die jungen Kernbeißer sind mit etwa 3o -31 Tagen ausgewachsen und haben zu diesem Zeitpunkt ihr volles Jugendkleid. Dieses wird 10 - 13 Wochen getragen.
Sie sind braun gebändert und tragen einen gelben Kehlfleck. Die Geschlechter sind schon ab 9. - 11. Tag im Nest zu erkennen. Die Außenfahnen der Armschwingen und auch die 4. - 6. Handschwinge sind beim Weibchen grau und beim Männchen sind sie schwarz bis metallisch schimmernd. Der Kehlfleck ist bei Weibchen blassgelb und beim Männchen goldgelb. Bauch, Brust und Flanken sind beim Männchen grober gefleckt als beim Weibchen. Ihre Iris ist graugrünlich. Sie bekommen erst im 2. Jahr nach der Herbstmauser ihr Alterskleid.
Nach DROST (1951) zeigen Männchen mehr Weiß an den Steuerfedern als Weibchen: Größte Ausdehnung bei Männchen 22 - 23 mm und bei Weibchen 14 - 17 mm,gemessen entlang des Federschaftes.

Bei sorgfältiger Beobachtung ist das Weibchen selbst in freier Natur vom Männchen leicht an der Graufärbung der Außenfahnen zu unterscheiden und auch sicher anzusprechen.

Nestling

Die Hautfarbe der geschlüpften Jungen ist gelbrötlich. Sie sind stark mit grauweißen Dunen an Stirn, Nacken, Rücken, Schulter, Flügel, Bauch, Oberschenkel und Unterschenkel bedeckt, wobei die Dunen oberseits durchaus eine Länge von 10 bis 12 Millimeter aufweisen können.
Der Rachen, wie auch die Zunge sind rosa. Sie sind rot und lila eingefasst. Weißliche Sporne und gelbe Schnabelwülste vervollständigen das bunte Bild.

Kennzeichen der Unterarten

Coccothraustes coccothraustes coccothraustes - ist die Nominatform, siehe Kennzeichen von Männchen und Weibchen.
Coccothraustes coccothraustes buvryi - Gegenüber Nominatform blasser gefärbt. Der Oberkopf ist mehr graubraun, Bürzel und Oberschwanzdecken sind lichter und fast reingrau. Das Weiß an den Innenfahnen der Steuerfedern ist geringer.
Coccothraustes coccothraustes nigricans – Ist dunkler, aber weniger braun und evtl. kleiner als Nominatform.
Coccothraustes coccothraustes humii - Im ganzen sehr viel lichter, besonders auf dem Bürzel, die Unterseite und auch die Körperseiten sind heller und mehr rostfarben, nicht so weinrötlich. Das Weibchen ist viel blasser und insgesamt gräulicher, besonders Kopf und Bürzel. Lt. HARTERT (1910-1922) leicht erkennbar.
Coccothraustes coccothraustes japonicus - Oberseite etwas lichter, trotzdem von Nominatform kaum zu unterscheiden.

Farbabweichungen

Albionistische Kernbeißer kommen selten vor. So berichtete FRITSCH (1983) über einen Albino im Raum Iserlohn. Dieser hatte als Jungvogel einen stark gelben Kopf, welcher bei Geschlechtsreife weiß wurde.

Mauser


Die Jungvögel beginnen im Alter von 10 - 13 Wochen ihre Mauser. Je nach Schlupftermin zieht sich diese von Juli/Anfang August bis Oktober/Ende November hin. Es handelt sich ausschließlich um eine Kleingefiedermauser, das heißt nur um eine Teilmauser.
Sie wechseln in den meisten Fällen zuerst das Brust- und Bauchgefieder, weiterhin dazu parallel Unterschwanz- und Bürzelfedern. Erst danach folgt das Wechseln der Rücken-, der Hand- und Armschwingendeckfedern. Ganz zum Schluss folgt das Kopfgefieder mit Kinn-, Kehlfleck- und Halspartien. Diese Teilmauser dauert 8 - 9 Wochen.
Die Umfärbung des Schnabels von schmutziggelb ins dunkle Blaugrau ist eine besondere Veränderung des Körperzustandes. Sie erfolgt bei Jungvögeln meist von Mitte Dezember bis Ende Februar. Bei in Menschenobhut gehaltenen Vögeln wurde festgestellt, dass zuerst bei den Weibchen die Umfärbung beginnt. Selten gibt es Weibchen die immer ihren gelben Schnabel behalten.
Bei Altvögeln in freier Natur erfolgt die Umfärbung von Januar bis Ende März, meistens im Februar. Der dunkle blaue Schnabel verfärbt sich erst wieder bei der Herbstmauser.
Die bei Jungvögel graugrüne Iris verfärbt sich im 6. Monat in rehbraun.
Die Vollmauser der Altvögel setzt je nach Konstitution und Alter des Vogels bereits im Juni ein und zieht sich bis Ende Oktober/Anfang November hin.
Eine Alterbestimmung beim Kernbeißer nach dem Grad der Schädelpneumatisation sollte entfallen bzw. nur sehr erfahrenen Fachleuten überlassen werden. Der Kernbeißer hat eine dicke Haut und es können besonders während der Mauser oder auch schon beim Fang innere Blutungen auftreten.

Stimme

Die Stimme des Kernbeißers steht in keinem Verhältnis zu seiner Körpergröße, sie ist im allgemeinen leise und nicht oft zu hören.

Rufe

Kontakt- und Lockruf: Der Kernbeißer liebt die Geselligkeit und wird deshalb zum Locken animiert. Auch fliegende Einzelvögel rufen in regelmäßigen Abständen »Zieck«. Befindet sich ein Paar im Flug, so stehen sie mit einem weichen »Zieht« in Verbindung.
Rufe zur Brutzeit: Möchte das Weibchen vom Männchen gefüttert werden, so lässt es Bettellaute wie »Ziek« oder »Zieht« oder »Ziet« hören.
Bei der Nistplatzsuche und beim Nestbau wird sich mit »Zrieck« oder »Zrie« verständigt.
Angstruf: Sehr hoch und schrill »Zrieh«.
Erregungs- und Warnruf: »Zick, Zicke, Zick« als Doppelruf oder in schneller Folge vorgetragen.
Beschwichtigungsruf: Gegenüber Artgenossen leise »Büb, büb«.
Jungvogelrufe: Die Jungen lassen schon am 1. Tag ein ganz leises "zieht" hören. Flügge Junge rufen »Tziip«.
Instrumentallaut: Bei Aggressionen ein Schnabelknappen.
Zugruf: Gekäfigte Vögel riefen während der Zugzeiten, besonders in der Dunkelheit ein lautes langgezogenes »Zieht«, welches dem »Zieht«-Ruf der Drossel ähnlich war. Dieses dürfte aber der Vergangenheit angehören, da ja kaum noch Wildfänge zu uns gelangen und unsere F-Generationen dieses verloren haben.

Gesang

Der Gesang des Kernbeißers ist einer der einfachsten Singvogelgesänge und am ehesten noch mit dem des Grauschnäppers zu vergleichen. Er hat auch keine revierbestimmende oder revierverteidigende Bedeutung. Er wird kurze Zeit nach der Mauser im Herbst und dann wieder ab Januar/Februar vorgetragen. Der Kernbeißer sitzt dann ruhig mit hängenden Flügeln.
Der Gesang ist meist eine unregelmäßig und dauernd veränderte Zusammenreihung seiner »Zick«- und »Ziet«-Laute. nach KRÜGER (1982) in Worten wiedergegeben klingt er etwa wie:
 

»Zick-zicks-zick«
  scharfe Laute
»Zie-öh«
sehr melodisch wehmütig
»Ziich-zi-ziet zick«
i-Ton besonders hoch
»Zip-zschip«
leise nuschelnd
 

Die Zusammensetzung der Rufreihen ist sehr veränderlich und wird manchmal mit großen Pausen zwischen den einzelnen Lauten vorgetragen. Oft hat man Schwierigkeiten den Vortrag als Gesang zu erkennen. Verschiedentlich wird der Gesang auch ein Schwätzen genannt.
Von Kernbeißern in Menschenobhut ist bekannt, dass sie versuchen andere Gesänge nachzuahmen. So wurde berichtet, dass der Schlag der Zwergwachtel, das Trillern des Grünfinken und das Schilpen des Haussperlings nachgeahmt wurden.

Der Kernbeisser in der Natur

Verhalten und Lebensweise

Das zigeunerhafte Verhalten lässt ihn in freier Natur, besonders während der Brutzeit schwer beobachten. Deshalb ist auch der Gesang leise und nicht revierabgrenzend. Obwohl der Kernbeißer oft Scheinangriffe auf Artgenossen bzw. anderen Vögeln zeigt, lebt er auch während der Brutzeit gerne gesellig. Besonders aus nordischen Ländern ist lockeres kolonieartiges Brüten bekannt. Nach der Brutzeit, teilweise schon ab Juni, zigeunern Familien von Kirschbaum zu Kirschbaum. Je näher der Winter rückt desto mehr Familien schließen sich nahrungssuchend zusammen.
Paarzusammenhalt gilt auch in Winter. Zum Frühjahr hin beginnt langsam eine Verkleinerung des Zusammenschlusses. Männchen jagen Weibchen, oder auch mal ein Männchen. Allgemein gelten alle Verhaltensformen der Cardueliden.
Auf der Nahrungssuche lassen sich Kernbeißer beim Start eines Fluges, einfach vom Ast fallen, um dann in einem nach unten weisenden Bogen zum nächsten Baum zu fliegen.
Als Abweisungs- und Drohverhalten gilt ein Schnabelsperren mit langem Hals und erhobenen Kopf mit je nach Intensität gespreizten Flügeln. Soll ein Angriff stattfinden so wird hörbar mit dem Schnabel geknappt und dann erfolgt das Hacken und Beißen. Dabei wird oft in höchster Erregung der Schwanz gefächert. Als Vorstufe zur Angriffs- oder Fluchtstimmung kann auch das Kopfgefieder gesträubt werden.

Lebensraum

Der Kernbeißer zeigt keine Bindung an ein ganz bestimmtes Biotop, aber mindestens während der Brutzeit eine Vorliebe für lichte Laubholz- oder Mischwaldbestände mit Unterwuchs. Eintönige Nadelwälder werden selten bezogen. Überhaupt ist die Siedlungsdichte in monotonen Wäldern sehr gering. Regelmäßig brütet er auch in größeren Feldgehölzen der Parklandschaft, in Gärten und auf Friedhöfen mit altem Baumbestand. Er bewohnt ferner Streuobstwiesen und ausgedehnt bewirtschaftete Obstanlagen, locker bebaute Ortschaften die mit Alleen und Baumgruppen durchsetzt sind. In den letzten drei Jahrzehnten zeigt sich eine zunehmende Tendenz zur Verstädterung. Man sieht es im Winter wenn Kernbeißer die Futterstellen aufsuchen.
Ausschlaggebend für die Wahl seines Lebensraumes sind:
- gutes Nahrungsangebot im Winter z. B. Hainbuchenwald oder ein Gebiet mit Kirsch- oder Pflaumenbaumanteil. Hier erntet er im Spätwinter die Steine, welche er vom Boden aufliest.

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Zur Jungenaufzucht ein gutes
Raupenangebot.

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Weiterhin bevorzugt er Plätze
in Wassernähe.

Der Kernbeißer ist im Flachland wie in mittelhohen Lagen von 300 - 700 m anzutreffen.
In der Schweiz ist er sporadisch bis zur oberen Grenze der Laubholzstufe in etwa 1300 m hinaus zu finden. Auf dem Zug über die Alpen ist er mitunter auch über die Baumgrenze bei 2400 m im Aaletschgebiet anzutreffen. GLUTZ (1962).

Morphologische Anpassung

Der Kernbeißer weist die extremste Schnabelbildung aller Cardueliden, vielleicht überhaupt aller körnerfressenden Singvögel auf. Er ist von Maschinenbauern als ein überragendes Beispiel der Anpassung an besonders hohen Druck bewundert worden. Besonders die Spitzenhälfte des Oberschnabels stellt ein sinnvoll konstruiertes Schneidewerkzeug dar. Im Inneren verläuft in der Mitte eine Schneide, welche von 2 gleichlaufenden Schneiden gesäumt ist. Hinzu kommen noch die 2 Außenkanten, sodass der Kernbeißerschnabel insgesamt 5 Schneidekanten besitzt. Das Gegenstück, der Unterschnabel, ist entsprechend ausgehöhlt und stellt die Führung für ein Korn oder ähnliches dar. In der hinteren Schnabelhälfte finden sich unten 2 kräftige Hornballen, auf das von oben ein Band mit vielen Rillen besetzt zu arbeitet. An dem hintersten Schnabelende ist eine Verjüngung um der Zunge Bewegungsfreiheit zu bieten.
Die vielen Schneiden in Verbindung mit der starken Muskulatur wirken wie ein Schraubstock oder ein Amboss und können einen erheblichen Druck auf
Gegenstände ausüben. So hat man ausprobiert, dass ein Druck zum Knacken eines Kirschsteines von 27 - 43 kg und eines noch härteren Olivensteines von 48 -  73 kg aufgewendet werden muss.
Kirschsteine werden mit der Naht nach unten gepackt, da hier der niedrigste Spaltdruck benötigt wird. Flache Steine, wie die der Olive oder von Zwetschgen, werden flach im Schnabel gehalten.
Übrigens ist bei jungen Kernbeißern im ersten Herbst der Schnabel noch nicht voll ausgewachsen und ausgehärtet. Sie haben zu dieser Zeit erhebliche Schwierigkeiten harte Steine aufzuspalten, was bedeutet, dass sie auf weichere Sämereien ausweichen müssen.

Nahrungserwerb und Nahrung

Der Kernbeißer sucht seine Nahrung während des größten Teil des Jahres in den Kronen der Bäume. Hier wird die Nahrung meistens von den Zweigen abgerissen. Bei Störungen, z. B. in Gärten, trägt er den ganzen Fruchtstand (Traube) weg um ihn wo anders in Ruhe zu verzehren.
Wird die Nahrung in den Bäumen knapp, so sucht er sich unter Kirsch-, Zwetschgen- und Pflaumenbäumen die Steine, welche er aufknackt um ans Innere zu kommen.
Im Frühjahr nimmt er sehr gerne Knospen und Triebe besonders von Obstbäumen zu sich. Hinzu kommen sehr viel Insekten, selbst harte Chitinteile bilden hier kein Hindernis. Sie werden das ganze Jahr über nach Fliegenschnäpperart gefangen.
Sobald die Zeit der Kirschen ist, werden diese als Lieblingsnahrung verspeist, meistens aber nur das Innere der Steine. Sind mehrere Kernbeißer in einem Baum, so wird die Kirsche, wenn sie nicht zu dick ist, ganz verschlungen. Übrigens hat man 1910 in einem eiszeitlichen Lager in Polen einen Kernbeißermagen geborgen und schon er enthielt Kerne der Wildkirsche, die auch heute noch seine Lieblingsnahrung sein können.
Im Spätsommer sucht der Kernbeißer gerne Buchenwälder auf um sich an den  Samen gütlich zu tun, wozu noch die Ahornfrüchte kommen.
Im Winter wird hauptsächlich Samen vom Boden aufgenommen. Hierzu wird selbst das Laub umgedreht.
Kernbeißer ernten erst einen Baum ganz ab, bevor sie zum nächsten wechseln. Auch wird bei der Nahrungsaufnahme nie der Fuß zu Hilfe genommen.
Hainbuchenfrüchte werden von Altvögeln mit ausgehärtetem Schnabel 3 - 6 Stück in
der Minute geöffnet und verzehrt, dagegen dauert es bei einer Buchecker etwas über eine Minute.
Im Testversuch von ZISWILER (1965) ergaben sich für Kernbeißer folgende Öffnungszeiten: Glanz 4 sek, Rübsen 3 sek, Negersamen 4 sek, Leinsamen 5 sek, Mohn 3 sek, Sonnenblumenkerne 3 sek, Kirschsteine 5 sek und Hanf 4 sek. Für die ersten 5 Samensorten brauchte der Kernbeißer 2 - 3mal soviel wie andere Cardueliden. Dagegen braucht der Stieglitz für Hanfsamen die doppelte Zeit, Zeisig und Hänfling benötigen sogar das 10fache. Die optimale Kerngröße liegt bei 4 - 5 mm. Der Versuch wurde an gekäfigten Tieren durchgeführt, deshalb muss man beachten, dass in freier Natur aufgrund unterschiedlichster Bedingungen bedeutend höhere Öffnungszeiten benötigt werden.
Das Männchen sucht im Umkreis von 2 - 3 km Entfernung vom Nest nach Nahrung, das Weibchen aber verbleibt in unmittelbarer Umgebung desselben.
Während der Nestbauzeit geht das Paar gemeinsam auf Nahrungssuche.
Obwohl der Kernbeißer eine breite Nahrungspalette hat, bevorzugt er bei uns nachstehende Samen: Hainbuche, Kirschen spec., Feldahorn und Buche. Erst  wenn diese Nahrung ausgegangen ist, werden Samen anderer Arten verzehrt.
Verschiedene Samen können durch ungünstige Witterungseinflüsse und durch Gärungen nach Verzehr tödlich wirken. So berichtete WARGA (1926) von Kernbeißern, die den Samen von herabgefallenen Traubenkirschen fraßen. Sie benahmen sich wie betäubt und fanden den Tod, weil sie gegen Mauern oder andere Hindernisse flogen.

Tierische Nahrung

(wird in der Mehrzahl im Mai bis Juli aufgenommen).

- Birkenblattwespe

- Birkenspanner

- Blattläuse  

- Eichenwicklerraupen

- Frostspannerraupen

- Hirschkäfer

- Kohlweißling

- Junikäfer   

- Maikäfer    

- Motten

- Nagelfleckraupen

- Regenwürmer

- Rüsselkäfer

- Schildwanzen

- Schillerfalter

- Spinnen

- Stachelbeerblattwespe

- Stachelbeerspanner

- Totengräber

Verzeichnis der Futterpflanzen

Ahorn, Berg- Samen, Knospen, Frucht, Blätter, Triebe 02
Ahorn, Feld- Samen, Knospen, Frucht, Blätter, Triebe 08-02
Ampfer,Krauser- Samen 11-03
Apfelbaum Blüten, Knospen, Kerne 09-05
Berberitze Beeren 11-12
Birke Knospen, Frucht, Blätter, Triebe 07-05
Birnbaum Knospen, Kerne 09-o5
Bohne Frucht 07
Buche Frucht, Knospe, Blätter, Triebe 09-03
Eberesche Beeren 08-01
Efeu Beeren 10-04
Eibe Knospen, Triebe, Blätter, Beeren 10-05
Eiche Frucht, Knospen, Triebe, Blätter 10-04
Erbse Frucht 05-09
Erle Samen, Knospen, Triebe, Blätter 01-12
Esche Samen, halbr., reif 08-02
Faulbaum Beeren 08-10
Feuerdorn Beeren 07-01
Fichte Knospen, Samen 10-05
Flieder Samen 03
Ginster, Besen- Knospen 03-04
Goldregen Samen 09-02
Gräser Samen 07-09
Hagebutte Frucht 06-03
Hainbuche Samen, Knospen, Triebe, Blätter 08-04
Hanf Samen 01-12
Hartriege, Rot Beeren 09-03
Hartriegel, Weiß Beeren 06-09
Haselnuss Knospen, Triebe, Blätter 02-05
Heckenrose Frucht 09-03
Holunder, Schw. Beeren 08-10
Kiefer Samen, Knospen 09-03
Kirschbaum Knospen, Kerne, Triebe, Blüten 01-12
Klette, Große Samen, halbr., reif 08-01
Kreuzdorn Beeren 09-10
Lärche Samen, Knospen, Triebe, Blätter 09-05
Lebensbaum Samen1 0
Liguster Beeren 09-01
Linde Samen, Knospen, Triebe, Blätter 09-11
Löwenzahn Blätter, Blüten 04-10
Lorbeer Beeren 08-10
Miere, Vogel- Samen, halbr., reif, Blätter 05-09
Mispel Beeren 11-01
Mistel Beeren 01-02
Olivenbaum Kerne 12-03
Pappel Knospen, Triebe, Blätter, Samen 01-12
Pflaume Knospen, Kerne 01-12
Quite Knospen 03-06
Robinie Knospen 04-05
Salat Samen 08-11
Scheinquitte Frucht, Knospen, Triebe, Blätter 11,02-05
Schneeball, W. Beeren 09-11
Schneebeere Beeren 08-01
Schwarzdorn Blüten, Knospen, Kerne, Triebe, Blüten 09-05
Seidelbast Kerne 08-09
Sonnenblume Samen, halbr., reif 08-03
Spindelbaum Samen 09-10
Stechpalme Beeren 10-02
Tanne Samen, Knospen 12-04
Traubenkirsche Frucht 08-09
Ulme Knospen, Samen, Triebe, Blätter 10-05
Wacholder Beeren 12-03
Wegerich Samen, halbreif, reif 08-11
Weide, Bruch- Knospen, Triebe, Blätter 02-05
Weißdorn Beeren, Knospen 08-04
Wegwarte Samen 06-09
Zirbelkiefer Knospen, Triebe, Blätter 02-05
Zwetschgen Knospen, Triebe, Blätter, Kerne o1-12

Nach HUEBNERS (1990) verhält sich der Kernbeißer wenn es um die Kirschen geht durchaus "europafreundlich", denn es besteht ja ein Überangebot an Obst, welches uns zu schaffen macht.

Die Tabellen TIERISCHE NAHRUNG und FUTTERPFLANZEN wurden aus der vorliegenden Literatur zusammengestellt.

Brutbiologie

Geschlechtsreife

Beim Kernbeißer tritt die Geschlechtsreife in der dem Schlüpfen folgenden Brutperiode ein.

Brutzeit

Die Dauer und Lage der Brutzeit des Kernbeißers ist von Jahr zu Jahr verschieden und hängt vom Witterungsablauf und vom Nahrungsspektrum ab. Die Brutzeit heimischer Kernbeißer erstreckt sich von Anfang April bis Ende Juni. Zwar wurde er danach noch brütend vorgefunden, aber nach KRUEGER (1982) brütet er, abgesehen von Nachgelegen, nur einmal im Jahr.
Es ergab sich eine Gesamtbrutdauer von 49 Tagen. Die Gesamtbrutzeit errechnet sich von der Ablage des 1. Eies bis zum letztgelegten Ei in der Brutzeit, plus der Bebrütungsdauer des letzten Geleges. Gegenüber steht ein Eiablagezeitraum von 37 Tagen, welche errechnet wird vom frühest gelegten bis zum zuletzt gelegtem Ei.

Zeitlicher Ablauf

Durchschnittsgelege 5 Eier

5 Tage Legezeit
14 Tage Nestlingszeit
16 Tage Selbstständigkeit
49 Tage = 1 Brut

Hinzu kommt noch, dass viele Kernbeißer schon ab Juni in die Mauser gehen, sodass aus dieser Sicht allein schon eine Zweitbrut kaum infrage kommt.
So wurde am 26.06.57 in Bonn ein fast frisches Gelege mit drei Eiern  gefunden. Im selben Gehölz - etwa 40 m entfernt - hatten am 11. Juni flügge Kernbeißer ihr Nest verlassen. Hier könnte es sich um eine Zweitbrut gehandelt haben.
Am 25.09.60 sah man in Dinslaken-Hiesfeld, Kreis Wesel, einen gerade flüggen Jungvogel, der noch gefüttert wurde. Zu Ersatzgelegen nach Verlust der Jungvögel des ersten Brutversuchs kam es in zwei Fällen; auch ein zweites Ersatzgelege wurde nachgewiesen. MILDENBERGER (1984)

Balz, Paarbildung

Die Balz und Paarbildung findet schon vor der Revierbesetzung im März bis Anfang April statt. Es werden zwei Balztypen unterschieden:
- Gesangs- oder Imponierbalz: Das Männchen sträubt sein Kopfgefieder, spreizt den Schwanz und mit hängenden Flügeln den Körper hin und her pendelnd dem Weibchen zugewandt, lässt es seinen Gesang hören. Diese Balz führt nicht immer zur Kopulation. Das Weibchen signalisiert seine Zustimmung in dem es sich schlank macht und in Richtung des Männchens pendelt.
- Demuts- oder Bettelstellbalz: Das Männchen fliegt mit schnell vibrierenden Flügeln und gestelzten Schwanz von Ast zu Ast. Das Weibchen begleitet das Männchen, welches sich ihm in Demutshaltung nähert.

Auf beide Balztypen oder auch Kombinationen beider kann die Kopulationsfolgen. Die Balz kann  durch Fütterungen und Schnäbeln unterbrochen werden.

Revier, Nistweise

Das Revier wird vom Männchen ausgesucht. Es kann Brut- und Nahrungsraum gemeinsam beinhalten. Das Paar verteidigt gegenüber Artgenossen nur einen kleinen Nestbezirk. Andere Vögel werden von beiden Partnern vertrieben, ganz gleich ob Eichelhäher, Kuckuck, Singdrossel oder Bachstelze.
Die Größe des Reviers schwankt sehr. Das kleinste Revier umfasste eine Fläche von 0.5 ha und das Größte eine von 5 ha/Paar, weil ein Paar meistens andere Paare nachzieht. Meist brüten 3 - 6 Paare in Gruppen zusammen, maximal 20 Paare. Es gibt aber auch Fälle von strengen Einzelbruten.

Neststandort

Die Nistplatzwahl wird von beiden Partnern vorgenommen, obwohl die letztendliche Entscheidung durch das Männchen erfolgt. Das Männchen drückt sich in eine Astgabel und lockt das Weibchen herbei. Nimmt das Weibchen den Platz des Männchens ein, so holt dieses ein Stöckchen und übergibt es seiner Partnerin zum Nestbau.
Beide bauen nun gemeinsam weiter. Die Hauptbautätigkeit von 65 % entfällt auf das Weibchen. Bei guter Witterung ist das Nest in 5 - 10 Tagen fertig gestellt. Das Material wird aus 5 - 60 m um den Standort gesammelt.

Neststandorte des Kernbeißers: Die Paare bauen die Nester

A zu 45% am Stamm in Astquirlen und Astgabeln
B zu 36% in Kronen von Bäumen
C zu 10% auf fast waagerechten Seitenkästen von Bäumen und
D zu 9% in Sträuchern
    100%  

Wie Untersuchungen gezeigt haben, hat der Kernbeißer eindeutig eine Bevorzugung für Laubbäume und Sträucher, seltener für Nadelbäume. Natürlich richtet sich die Wertigkeit nach Menge und Höhe. Selbstverständlich muss die Struktur ausreichen um dem Nest Halt und Festigkeit zu bieten.
Untersuchungen zeigten, dass der Kernbeißer im Rheinland 22 Gehölzarten und in der Oberlausitz 14 Gehölzarten verwendete. In England wurden sogar 34 Gehölzarten festgestellt auf denen Kernbeißer-Nester standen.
Sie stehen an der sonnenbeschienenen Seite der Bäume. Allgemein sind sie durch die geringe Belaubung gerade im April/Mai noch gut zu sehen.

Bodennester wurden bisher noch nicht festgestellt.  

Nesthöhe

Die Höhe des Nestes ist beim Kernbeißer in erster Linie von einer freien Anflugmöglichkeit zum Nest und erst dann von einer geeigneten Struktur für die Anlage desselben abhängig.
Landschaftlich abhängig sind die erwählten Gehölzarten, welche ja auch die Höhe bestimmen. So gelten auf einer Streuobstwiese andere Maße als in einem Mischwald, denn welcher Obstbaum geht schon über beispielsweise 8 m. Allgemein findet man in der Literatur Nesthöhen von 1 - 22 m angegeben, wobei die Mehrzahl bei 2 - 8 m liegt.

Nest

Das Nest des Kernbeißers ist relativ groß und sehr locker von beiden Partnern gebaut. Es besteht aus 3 Bauabschnitten:

- der Unterbau

- die Zwischenlage und

- die Auspolsterung.

Der Unterbau besteht aus durchschnittlich selbst abgebrochenen 65 - 90 Ästchen, welche unregelmäßig übereinander gelegt werden. Er ist sehr sperrig und kann Maße von 15 - 18 x 20 - 26 cm aufweisen.
Die folgende Zwischenlage ist dünn und wird aus Wurzeln und groben Halmen gefertigt. Sie ist der Hauptteil des Nestes und bildet zugleich den eigentlichen Nestnapf.
Die nachfolgende Auspolsterung stellt eine Schicht aus ca. 1 cm Dicke dar, welche hauptsächlich aus dünnen  Würzelchen und feinsten Hälmchen gefertigt wird.
Die Literaturangaben über den Einbau von Federn und Moos dürften nicht stimmen und auf einen Irrtum beruhen.
Nachstehende abweichende Materialien wurden verbaut: Angelschnur, Bindfaden, trockene Weinreben, trockene Blätter, grüne Kiefernnadeln, Rehhaare und Schweineborsten.
Die Nestmulden sind in den meisten Fällen oval. Sie weisen Maße von 7 - 7,7 x 8 - 9 cm auf, bei einer Tiefe je nach Bauart von 3 - 4 cm. Der eigentliche Außendurchmesser des Halmnestes ohne Ästchenbau beträgt 9,5 - 10 x 10 - 11 cm. Die Höhe des Gesamtnestes kann 7,5 - 12,5 cm betragen.

Ei und Gelege

Sobald das Nest fertig ist, spätestens 1 - 2 Tage später, wird mit der Eiablage begonnen. Durch kühle Witterung kann sich die Ablage verschieben. Sie werden täglich in den frühen Morgenstunden bis etwa 0700 Uhr gelegt.
Das Ei des Kernbeißers ist sehr markant und dürfte kaum mit dem Ei anderer Sperlingsvögel verwechselt werden.
Die Eier haben eine ovale bis langovale Form. Ihre Grundfarbe ist hellbläulichgrau bis hellgrünlichgrau, seltener bräunlichgrau. Sie sind sparsam aber meist ziemlich gleichmäßig mit kräftigen schwarzbraunen Punkten und Schnörkeln sowie helleren Kritzeln gezeichnet, welche sich manchmal zum stumpfen Pol hin verdichten.
Die Eier der Normalform haben eine durchschnittliche Größe von 24,3 x 17,83 mm. Frischgelegt beträgt das Eigengewicht 3,89 g, bei einem Schalengewicht von 0,226 g.
Die Gelegegröße des Kernbeißers bei uns ist ziemlich konstant und besteht meistens aus 5 Eiern. Da die geringere Eizahl zu Beginn und Ende der Brutzeit auch bei anderen Arten der Cardueliden auftreten, ist sie schon gesetzmäßig.
Die beste Zeit für die Aufzucht der Jungen, in der auch die Witterungs- und Nahrungsbedingungen stimmen, ist der Mai und in ihm werden auch die meisten Gelege getätigt.
Die Gelegegröße steigt im Verbreitungsgebiet je nach der Länge der Tageshelligkeit von Süden nach Norden.

Gelege nach Tageslänge

Nordafrika  3,54 Eier
Ostdeutschland       4,40 Eier
Rheinland 4,67 Eier
England 4,73 Eier
Schweiz 4,81 Eier
Schweden 5,00 Eier

Brut, Brutverhalten

Die Bebrütung nur durch das Weibchen, beginnt meistenteils nach Ablage des 3. Eies. Das Weibchen wird während der Bebrütung vom Männchen mit Nahrung versorgt. Bei der Ankunft des Männchens lockt es das Weibchen meistens vom Nest. Dieses bettelt dann unter Flügelvibrieren nach Futter, um kurz nach dem Füttern zum Nest zurückzukehren. Füttert das Männchen schlecht, so muss das Weibchen selbst auf Futtersuche gehen.
Es brütet sehr fest und verlässt das Nest erst wenn man kurz davor ist. Teilweise muss es mit der Hand weggedrückt werden. Fühlt es sich bedroht, so nimmt es mit geöffnetem Schnabel Abwehrhaltung ein und versucht zu beißen.
Während der Bebrütung gehen viele Weibchen der Gefiederpflege nach oder dösen mit halbgeschlossenen Augen vor sich hin.
Regelmäßig werden die Eier gewendet und es erfolgt dann eine Änderung der Sitzrichtung.

Schlüpfen, Aufzucht

Die Bebrütung beträgt 12 - 14 Tage. Die Jungen schlüpfen asynchron, je nach Brutbeginn durch das Weibchen.
Witterungseinflüsse können den Schlupf der Jungen beeinflussen. Die Eischalenreste werden vom Weibchen gefressen.
Die Jungen haben am 1. Tag ein Gewicht von etwa 5 g. Sie rufen schon ganz leise »Zieht«. Am 3. Tag ändert sich die Rachenzeichnung. Schlitzförmig öffnen sich die Augen am 4. Tag und einen Tag später sind sie ganz geöffnet. Am 7. Tag erfolgt wiederum eine Rachenfärbung. Die Lock- und Bettelrufe sind sehr variabel. Es sind »Zrie«-, »Zirk«- oder »Ziet«-Rufe. Bei Gefahr verlassen sie das Nest mit 10 - 11 Tagen, in der Regel geschieht dies mit 12 - 13 Tagen. Sie wiegen jetzt etwa 34 g. Nun beginnt für sie das Ästlingsstadium. Mit 16 - 19 Tagen sind sie voll flugfähig. Dann werden sie zwischen den Eltern aufgeteilt und zigeunern nach Nahrung suchend durch die Gegend.
Die letzte Rachenfärbung erfolgt am 26. Tag. Mit 30 - 31 Tagen sind sie selbständig. Die Sitzordnung der Jungen ist bis zum 5. Tag der Brust-an-Brust-Sitz. Ihm folgt der Ringsitz, wo der Körper am Nestrand entlang und der Kopf auf das  Hinterteil des Vorderjungen liegt. In den letzten Tagen wird Dachziegelartiges Sitzen mit dem Ringsitz kombiniert.
Das Hudern der Jungen übernimmt das Weibchen. Es hudert die Jungen in Abständen über Tag und in der Nacht bis zum Ausfliegen.
An der Fütterung der Jungen beteiligen sich beide Altvögel. Da das Weibchen in den ersten Tagen intensiv hudert, so fällt dem Männchen ein Hauptteil zu. Es muss sein Weibchen und die Jungen füttern. Oft nimmt das Weibchen dem Männchen die Nahrung ab und füttert dann die Jungen, welche mit seitlichem Schwenken des Kopfes die Nahrung erwarten. Mit zunehmenden Alter füttern beide Ehepartner die Jungen. Die Samen werden im Kropf zum Nest transportiert und dort hochgewürgt, während Insekten zu mehreren im Schnabel zum Nest gebracht werden. 
Der Kot wird in den ersten Tagen von den Eltern verschluckt. Später wird er
fortgetragen. Zerreißt die Haut, so wird der Kot verschluckt.


Rachenzeichnung von jungen Kernbeißern verschiedenen Alters.

Bruterfolg

Bei seinen Bruten hat der Kernbeißer hohe Verluste. Sie sind meistens bedingt durch die offene Nestlage, die Eichelhäher, Eichhörnchen und Marder direkt anlocken. Gebietsweise holt sich auch der Rotrückenwürger seinen Anteil. Hinzu kommt noch, dass viele Paare jährlich ohne Nachwuchs bleiben, obwohl sie ein Nachgelege anlegen.
Es zeigte sich, dass auch bei Berücksichtigung des Nachgeleges nur jedes 4. Brutpaar Erfolg hat. KRUEGER (1982) ging bei seinen Angaben nur von der Zahl der Gelege aus. Nach der Eizahl ergäbe sich ein noch niedriger Bruterfolg.
Dadurch das die Jungen asynchron schlüpfen, verdrängen die zuerst geschlüpften Jungen bei Fütterungen die Jüngsten, sodass diese nicht gefüttert werden und eingehen. So verlassen nur 1 - 3, ganz selten 4 Junge das Nest und das entspricht einen Bruterfolg von 13 - 16 %, in England sind es 10 - 15 %. MOUNTFORT (1957)

Krankheiten

Spezielle Erkrankungen, welche nur den Kernbeißer betreffen, sind mir nicht bekannt. Aber trotz sorgfältigster Pflege kann es immer wieder vorkommen, dass einer unserer Lieblinge krank wird.

Als Sofortmaßnahme gilt:

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Einzelsetzung

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Wärme zuführen, Rotlicht oder Dunkelstrahler um den Organismus zu  stützen 

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Beobachtungen um festzustellen welches Organ erkrankt ist.

Fettleibigkeit:

Bei nicht richtiger Fütterung und zu wenig Bewegung neigt der Kernbeißer zur Fettsucht. Jetzt lässt sich nur noch mit einer Futterumstellung etwas erreichen, also nicht mehr so gehaltvoll ernähren. Man gibt mehr Obst (Äpfel, Beeren) und Rübsen.

Der Kernbeisser in Menschenobhut

Allgemeines

Eine möglichst naturgemäße Haltung sichert gute Zuchtergebnisse. Eine gelungene Zucht liegt dann vor, wenn die gezogenen Jungtiere wie in der Natur gesund sind und selber Nachwuchs erbringen. Ist der Kernbeißer in einer Gesellschaftsvoliere untergebracht, so kann es durchaus vorkommen, dass bettelnde Junge anderer Arten von ihm gefüttert werden.
Kernbeißer können in Menschenobhut durchaus 15 - 20 Jahre alt werden.

Unterbringung

Der Kernbeißer ist ein Volierenvogel. Mit seiner kontrastreichen Färbung kommt er hier gerade zur Geltung.
Allein schon von der Nahrung her, wenn sie Steine zerknacken und das Fruchtfleisch fallen lassen oder da sie gerne baden, stellen sie schon große Verunreinigungen an, welche nicht für einen Käfig geeignet sind, besonders wenn er sich in einem Raum befindet.
Eine dichte Bepflanzung an der Rückseite oder eine dichte Besteckung mit Kiefernzweigen bietet den Kernbeißern Schutz vor Sicht und Witterungsunbilden, sowie gute Nistmöglichkeiten. Geeignete Pflanzen sind Holunder, Hainbuche, Stechpalme und Fichte. Sie lassen sich gut wie eine Hecke beschneiden und sind auch nicht so schnell durch die Kernbeißer zerbissen.
Es ist ratsam an möglichst hohen und ziemlich sichtfreien aber nach oben abgedeckten Stellen in den Pflanzen Nisthilfen anzubringen. Dieses könnten grüne Drahtgeflechte sein, worauf das Weibchen aus Reiser seinen Nestunterbau fertigt. Gerne angenommen werden auch Sisal- oder Kokoskörbchen.
Die Voliere darf auch nicht zu niedrig sein, da Kernbeißer bei Erregung und Erschrecken nach oben hin wegfliegen. Sie sind ja Vögel hoher Bäume und es gewöhnt ihr Heil in der Höhe zu suchen. Kernbeißer sind winterhart und können in der Voliere überwintern, wenn ein Schutzraum angegliedert ist. Der Boden sollte aus Fichtennadeln bestehen, damit Nässe- und Schimmelbildung eingeschränkt wird.
Außerhalb der Brutzeit, kann der Kernbeißer ruhig mit heimischen Cardueliden vergesellschaftet werden, er ist nur während der Brutzeit unverträglich.
Für eine Badegelegenheit ist auch zu sorgen, da Kernbeißer viel und ausgiebig baden.

Zucht

Die Zucht ist auch schon im Käfig durch WINKLER (1974) gelungen, aber wie schon erwähnt ist die Volierenzucht vorzuziehen.
Die Ehe des Kernbeißers ist monogam. Das Zuchtpaar kann auch im Winter zusammenbleiben.
Als Nistmaterial ist zu reichen:
- für den Unterbau kurze Ästchen
- für die Zwischenlage grobe Halme und Wurzeln und
- für die Auspolsterung Würzelchen und feine trockene Hälmchen.

Es ist darauf zu achten, dass das Weibchen genügend Kalk zur Verfügung hat. Wichtig ist auch der Brutbeginn, damit beim Schlupf der Jungen Aufzuchtfutter zur Verfügung steht.
Es müssen Nestkontrollen vorgenommen werden, um zu prüfen ob die junge Brut gut genug gefüttert wird. Wenn nicht, so ist mit der Futterspritze nachzuhelfen. In der Regel füttern Kernbeißer sehr gut, zum Teil ist ihr Fütterungstrieb sogar so groß, das auch andere Jungvögel gefüttert werden.
Eine Beringung der Jungen ist ab 5. - 7. Tag vorzunehmen. Es ist ratsam die Ringe mit Pflaster zu bekleben, da bei verschiedenen Elternteilen der Säuberungstrieb des Nestes so stark ist, das der Ring mit daran hängendem Jungen aus dem Nest getragen wird. Hier ist wirklich zu überlegen, ob die geschlossene Beringung wichtiger ist, als das Leben der Jungvögel. Es bietet sich hier die Beringung durch Vertrauensleute des VDW-NW an.
Die Jungen sind nach dem Selbständigwerden, wenn die Eltern noch eine 2. Brut versuchen wollen, zu entfernen. Ansonsten können sie bis im Frühjahr, wie in der Natur, zusammenbleiben.

Ernährung

Die Ernährung sollte so ausfallen, dass viele der auch in der Natur verzehrten Lieblingssamen gegeben werden. Wer Glück hat, der kann von einer Brennerei in seiner Nähe Kirsch- und Zwetschgensteine zum Verfüttern bekommen. Die nicht sofort benötigten Steine können in der Sonne oder auf der Heizung getrocknet und später verfüttert werden.
Die unter Nahrungserwerb und Nahrung  erwähnte Nahrung kann auch bevorratet werden, sei es in der Gefriertruhe oder auch im getrockneten Zustand und kann dann nach Belieben verfüttert werden.
Wer weniger Zeit aufwenden kann, besorgt sich eine Grundfuttermischung bei einem Fachhändler.
Als Aufzuchtfutter reicht man in den ersten Tagen kleine Mehlkäferlarven, Getreideschimmelkäfer-Larven, Pinkys und Wiesenplankton. Mit zunehmenden Alter können größere Tiere, zum Beispiel auch Mehlkäfer gereicht werden. Jeden 2. Tag
werden die Futtertiere vitaminisiert.
Außerdem steht während der Jungenaufzucht Keimfutter  und ein Weichfutter zur Verfügung, wenn auch nur sehr wenig hiervon aufgenommen wird.

Literaturverzeichnis

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WINKLER, (1974) Kernbeißerbrut im Käfig, Gef. Welt 2o1/74

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WOLTERS, H. E. (1975-1982) Die Vogelarten der Erde, Hmb.

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WUEST, W. (1970) Die Brutvögel Europas, München

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ZISWILER, V. (1965) Zur Kenntnis des Samenöffnens und der Struktur des
hörnernen Gaumens, J. f. O. Nr.1 .

 
 

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Kernbeißer
Die Aufnahmen wurden von Herrn H.-W. DAHNKE  freigegeben.
http://www.waldvogelfreunde-hi.de/zucht-berichte/kernbeisser_hwd.html


NAUMANN, NATURGESCHICHTE
DER VÖGEL MITTELEUROPAS
Freigabe erfolgte freundlicherweise durch Berliner Morgenpost und
JADU-Internetworld


Wacholder-Kernbeißer. Die Aufnahme stammt aus der "Datenbank der Vogelwelt"
und wurde freundlicherweise durch Herrn Muth freigegeben.


Der Wacholder-Kernbeißer ist ebenfalls mit dem Kernbeißer verwandt. Sie sehen hier
einen Jungvogel.
Die Aufnahme stammt aus der "Datenbank der Vogelwelt"
und wurde freundlicherweise durch Herrn Muth freigegeben.

 

Ruf eines ...


Kernbeißer

 

 

Systematik:

Von den
9 Kernbeißerarten
Maskenkernbeißer,
Schwarzschwanz-Kernbeißer,
Goldkernbeißer,
Gelbschenkel-Kernbeißer,
Wacholderkernbeißer,
Fleckenkernbeißer,
Abendkernbeißer,
Abeillekernbeißer und
Kernbeißer, ist nur eine Art bei uns ansässig, der KERNBEISSER.

Nach WOLTERS (1975-1983) ergibt sich folgende Einordnung in das zoologische System:

Klasse
Aves
Vögel

Ordnung
Passeriformes
Sperlingsvögel

Familie
Carduelidae
Gimpel (Hänflinge)

Gattung
Coccothraustes,
B
riss., 1760
Kernbeißer

Art
Coccothraustes coccothraustes (L., 1758)
Kernbeißer oder Kirschkernbeißer

Unterarten
coccothraustes (L.)
buvryi
CABANIS
nigricans
BUTURLIN
humii
SHARPE 
japonicus
TEMM. und SCHLEG

 

Verbreitung / Lebensraum:

 Lebensraum: Ackerland Lebensraum: Laubwald Nadelwald Mischwald

Verbreitungskarte Kernbeisser
Brutvogel, der nur im Sommer anwesend ist Ganzjährig anwesender Vogel Wintergast Selten oder kein Vorkommen 

Das Diagramm gibt die Häufigkeit an, in der die Vogelart das Jahr über anzutreffen ist. Dunkelblau bedeutet am häufigsten zu beobachten, hellblau recht häufig und weiß kaum oder überhaupt nicht zu beobachten.
nicht zu beobachten recht häufig zu beobachten am häufigsten zu beobachten

 
Links zum Thema


http://www.jadu.de/florafaun
/vogelwelt/text/kernbeisser.html

Flora und Fauna bei JADU


http://www.wildvogelhilfe.org/
vogelarten/gimpelartige/
kernbeisser.html

"Kernbeisser
in Detmold" bei
wildvogelhilfe.org


http://www.nvv-gipf-oberfrick.ch/voegel/kernbeis.html
http://www.nvv-gipf-oberfrick.ch/voegel/kernbeis.html
Eine wunderschöne Aufnahme vom Kernbeißer aus der Schweiz

 

Literatur-Tipps


Krüger, Siegfried:
Der Kernbeißer

Der Kernbeißer gehört aufgrund seiner kräftigen Gestalt und seines großen Schnabels zu den auffälligsten Finkenvögeln. Meistens bekommt man ihn nur im Winter bei den Fütterungen zu Gesicht. Er bewegt sich sonst unauffällig, heimlich, und durch seinen leisen Gesang wird er kaum beobachtet.
Coccothraustes coccothraustes - Neue Brehm-Bücherei, Bd. 525 ISBN 3 89432 371
 


Bielefeld: Zeisige, Girlitze, Gimpel und Kernbeißer
NEU Herkunft, Pflege, Arten
Lam, F:19.4x26,5 cm, 176 S, 82 Farbfotos, 34 Zeichnungen, 37 Verbreitungskarten.
3., überarbeitete und erw. Auflage.
D 2003

Dieses Buch beschreibt ausführlich die Vogelfamilie der Cardueliden, der Gimpelartigen - Zeisige, Girlitze, Gimpel und Kernbeißer. Viele von Ihnen, die bei uns nicht beheimatet sind, werden als Pfleglinge in menschlicher Obhut gehalten. Im allgemeinen Teil des Buches werden Heimat der Vögel, ihre Lebensweise und ihre besonderen Eigenschaften dargestellt. Schwerpunkt der Buches ist die Anleitung zur artgerechten Haltung und Zucht dieser Arten. Im speziellen Teil werden 130 Arten und Unterarten im Porträt vorgestellt.


Wendt, Thomas: Einheimische Singvögel - halten und züchten
Der neue Ratgeber ist das derzeit einzige Buch, das sich mit der Haltung einheimischer Vogelarten beschäftigt. Das Buch gibt viele Tipps und Ratschläge zu folgenden Themen: Einheimische Vögel in der Natur. Vogelschutz und Gesetzgebung. Was muss man vor der Anschaffung bedenken. Die richtige Voliere und deren Einrichtung. Artgerechte Haltung und Zucht. Richtige Fütterung. Krankheiten und Verletzungen vorbeugen und heilen. Geeignete Vogelarten im Portrait: Bergfink, Birkenzeisig, Bluthänfling, Buchfink, Erlenzeisig, Feldsperling, Fichtenkreuzschnabel, Gimpel, Girlitz, Goldammer, Grünling, Kernbeißer, Rohrammer, Stieglitz, Bachstelze, Bartmeise, Garten- und Hausrotschwanz, Heckenbraunelle, Mönchsgrasmücke, Rotkehlchen, Singdrossel.

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